Simonovic schießt ALBA zum Sieg im Herzschlag-Finale
(3.3.) Die Albatrosse haben am Samstag ein unglaublich spannendes Heimspiel gegen Bremerhaven 83:82 gewonnen. Zweieinhalb Minuten vor Schluss schon acht Punkte in Rückstand, drehte ALBA die Partie noch. Simonovic traf den entscheidenden Dreier.
Statistik - Highlights - o2 World TV - Pressekonferenz
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Knapper gings nicht! In einer an Spannung nicht zu überbietenden Begegnung kontrollierte ALBA vor 10.188 Zuschauern die Partie zwar in den ersten 15 Minuten und lag schon 42:30 in Führung. Doch mehr und mehr kamen die Bremerhavener mit hoher Intensität zurück und waren über lange Phasen das bessere Team. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende waren die Albatrosse schon fast aussichtslos 80:72 ins Hintertreffen geraten. Doch mit viel Kampfeswillen bogen sie die Partie noch einmal um: 17 Sekunden vor dem Ende traf Marko Simonovic nervenstark den entscheidenden Dreier zum 83:82. Bremerhaven blieb noch ein Ballbesitz, den sie – unter anderem da Bryce Taylor seine Finger in einen Pass bekam und viel Zeit von der Uhr nahm – nicht mehr im Korb unterbrachten.
Mit diesem sechsten Ligasieg in Folge bleibt ALBA in der Tabelle dem Zweitplatzierten ratiopharm Ulm dicht auf den Fersen. Mit einem absolvierten Spiel mehr haben die Ulmer (20:5) weiterhin eine Niederlage weniger als die Albatrosse (18:6). Gleichzeitig vergrößerte sich der Vorsprung auf Platz vier, denn die Artland Dragons unterlagen in München und stehen nun bei 17:8 Siegen (plus direkter gewonnener Vergleich für Berlin). Auch Tabellenführer Bamberg (22:3) musste eine Niederlage hinnehmen. Die Brose Baskets verloren in Frankfurt, wodurch ALBA nun das Team mit der längsten anhaltenden Siegesserie in der Beko BBL ist. Ausführliche Tabelle
Berliner Topscorer war Dashaun Wood mit 15 Zählern, 6 Assists und 2 Rebounds. Heiko Schaffartzik erzielten je 14 Punkte und Torin Francis legte ein Double-Double aus 10 Zählern und 14 Rebounds auf. Bester Eisbär war Terrell Everett mit 25 Punkten, 6 Assists und 4 Rebounds. ALBA gewann das Reboundduell trotz des knappen Spiels deutlich 41:27. Die Albatrosse leisteten sich zu viele Ballverluste (15), trafen aber sehr stark (10/20) von der Dreierlinie.
Stimmen zum Spiel
"Die Enttäuschung ist natürlich groß, aber trotzdem Glückwunsch an ALBA und Coach Herbert. Ich denke, wir hätten heute verdient gehabt, zu gewinnen. Wir haben in der zweiten Halbzeit mit viel Intensität gespielt und alles getan, um zu siegen. Alles, außer in der Schlussphase einen kühlen Kopf zu bewahren. Wie man gesehen hat, entscheiden in so einem knappen Spiel am Ende Kleinigkeiten wie Freiwürfe oder zu frühe Abschlüsse. Trotzdem bin ich stolz auf meine Mannschaft."
Gordon Herbert (Coach ALBA):
"Die ersten 15 Minuten haben wir gut gespielt. Danach war uns Bremerhaven überlegen. Ich bin unzufrieden, dass wir das Tempo nicht kontrolliert haben und wie wir verteidigt haben. Wir haben glücklich gewonnen, aber in den letzten Minuten, als wir acht Punkten hinten lagen, haben wir wirklich gekämpft und nie aufgegeben.
Spielverlauf: Nach kurzen Startschwierigkeiten fanden beide Teams schnell in die Partie. ALBA suchte in der Anfangsphase vor allem das Spiel zum Brett und die Gäste taten es ihnen gleich. Weaver, Wood und Allen schlossen vorne erfolgreich für die Albatrosse ab, die auch den Rebound gut kontrollierten. Beim 14:9 für Berlin nach fünf Minuten wollte Eisbären-Coach Spradley die erste Auszeit. Smith und McNaugton verkürzten bald darauf wieder auf zwei Zähler, doch angeführt vom gut aufgelegten Dashaun Wood zog ALBA mit einem 7:0-Lauf wieder davon. Ionnais Kalampokis kam noch im ersten Viertel zu seinem ersten ALBA-Einsatz, aber sein Team hatte etwas dem Rhythmus verloren. Die Eisbären kamen bis zur Pause wieder auf 19:23 heran.
Der Start in den zweiten Abschnitt lief für ALBA nicht nach Plan. Als Bremerhaven mit zu einfachen Punkten auf 25:26 dran war, beorderte Gordon Herbert sein Team gleich wieder zur Auszeit Richtung Bank. Die Timeout zeigte Wirkung: Aus verbesserter Defense und vorne mit schönen Passstafetten, an denen jedes Mal Kalampokis beteiligt war, antworteten die Albatrosse mit einem 7:0-Run. Bremerhaven fand über Everett zurück in die Spur, aber ALBA punktete konstant und lag nach einem Dreier von Simonovic schon 42:30 vorn. Die letzten Minuten des Viertels gehörten allerdings wieder den Gästen. Genauer gesagt, gehörten sie Terrell Everett, der 18 Punkte in der ersten Hälfte markierte und sein Team zur Kabinenpause wieder auf 41:48 heran brachte.
Zurück auf dem Parkett nahm Intensität und Härte gleich spürbar zu. Unter den Körben ging es richtig zur Sache und die Eisbären nutzten das besser aus. Auch wenn Francis und Wood die Führung zunächst aufrecht erhielten, war Bremerhaven wieder voll im Spiel. In der 24. Minute brachte Cain die Gäste auf drei Zähler heran. Die Gäste agierten jetzt fast nur noch in Zonenverteidigung und ALBA fehlten die Ideen dagegen. Wood und Simonovic streute noch mal Treffer von der Dreierlinie ein, aber folgerichtig erzielte Everett im Fastbreak kurz darauf die erste Führung der Norddeutschen seit langer Zeit. Das Viertel endete 63:61 für die Eisbären.
Zu Beginn des Schlussabschnitts hagelte es plötzlich Fouls auf beiden Seiten. Bremerhaven hatte schon nach zwei Minuten vier Teamfouls und auch ALBA zog bald nach. So kam Kalampokis auch von der Freiwurflinie zu seinen ersten Punkten in der Hauptstadt. Die Berliner versuchten sich ranzukämpfen, aber die Eisbären hatten nun immer eine Antwort. Nach einigen leichtfertig vergebenen Chancen der Albatrosse führten sie zweieinhalb Minuten vor Schluss schon mit acht Punkten. Doch das Team von Gordon Herbert steckte nicht auf. Mit einem Kampfeswillen, mit dem übers ganze Spiel der Sieg nicht in Gefahr geraten wäre, und angepeitscht von Publikum starteten sie noch mal eine Aufholjagd. Die Gäste wurden plötzlich nervös und vergaben fast jeden Wurf. Bei ALBA waren es erst Heiko Schaffartzik und dann 17 Sekunden vor Schluss Marko Simonovic per Dreier, die die Partie noch einmal zum 83:82 kippen ließen. Die letzten 17 Sekunden gehörten aber noch mal den Eisbären. Gordon Herbert entschied sich, nicht foulen zu lassen und wollte das Spiel mit guter Defense gewinnen. Das zahlt sich aus. Bryce Taylor bekam bei einem Pass die Finger dazwischen und hechtet dem Ball bis in die gegnerische Hälfte hinterher. Zwar hatten die Bremerhaven immer noch Ballbesitz, aber nur noch fünf Sekunden zum Abschluss. Everett musste den Ball übers ganze Feld bringen und fand mit seinem Buzzerdreier nicht mehr das Ziel.



