Dezimierte Albatrosse unterliegen in den Schlusssekunden
(24.1.) ALBA hat sein Heimspiel gegen das russische Krasnodar im Eurocup-TOP16 knapp mit 79:84 verloren. Ohne „echten“ Center und mit einem angeschlagenen Wood kämpften die Albatrosse bis zur letzten Sekunde, wurden aber nicht belohnt.
Statistik - Highlights - o2 World TV - Pressekonferenz - TV.B Bericht
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Die Vorzeichen vor der Partie gegen das hochkarätig besetzte Lokomotiv-Kuban Krasnodar standen denkbar schlecht. Gordon Herbert musste gleich auf beide großen Centerspieler Francis und Idbihi verzichten und auch Dashaun Wood kam gerade erst von einer Verletzungspause zurück. Trotzdem zeigten die Hauptstädter viel Herz und hatten bis zum Schluss eine Siegchance. In einem packenden und intensiven Spiel fighteten die dezimierten Albatrosse bis zum Ende, allen voran Derrick Allen, der auf der Centerposition quasi durchspielte, gegen die körperlich überlegenen Russen. In den daramatischen Schlusssekunden hatten sogar Weaver und Schaffartzik je noch die Chance zur Verlängerung auf der Hand, aber ihre Dreier verfehlten ihr Ziel. Trotzdem verabschiedeten die Fans ihr Team für seinen unermüdlichen Einsatz mit Standing Ovations. Im TOP16 wird es für die Berliner mit zwei Niederlagen nach zwei Spieltagen nun allerdings sehr schwer.
ALBAs Topsorer war Derrick Allen mit 19 Punkten, 5 Rebounds und 4 Steals. Ebenfalls zweistellig scorten Marko Simonovic (16 + 3 Rebounds), Kyle Weaver (15 + 7 Rebounds, 6 Assists und 3 Steals), Heiko Schaffartzik (11 + 4 Rebounds und 3 Assists) und Bryce Taylor (11 + 7 Rebounds und 3 Assistis). Beste Akteure bei Krasnodar waren Grigoryev (17), Massey (16) und Blakney (14).
Stimmen zum Spiel
"Ein sehr wichtiger Sieg für uns. Wir hatten vorher in der TVB Liga nach Führung ein enges Spiel verloren, bei dem am Ende verrückte Dinge passierten. Wir hatten heute Sorgen, dass am Schluss die gleichen Dinge wieder passieren würden. Wir sind in der Defense schlecht gestartet und haben ALBA in ihr Fastbreakspiel kommen lassen, das sie mit exzellenten Spielern wie Wood sehr gut beherrschen. Wir haben auf Zone umgestellt, was eigentlich gut funktioniert hat, aber Simonovic hat zu viele Dreier dagegen getroffen. In der zweiten Halbzeit haben wir wieder auf Mannverteidigung gewechselt und ALBA seine Fastbreaks und Offensivrebounds genommen. Wir haben das Spiel kontrolliert, aber am Ende trotzdem noch viele Fehler gemacht. Ich freue mich immer sehr, in Berlin zu spielen. Ich war schon oft hier zu Gast und es ist eine großartige Basketballstadt."
Gordon Herbert (ALBA):
"Glückwunsch an Kuban zu ihrem wichtigen Sieg. Die meiste Zeit haben wir hart gekämpft heute. Wir hatten nur zwei oder drei Blackouts - am Ende des ersten Viertels und in der zweiten Halbzeit - die uns sehr weh getan haben. Ohne unsere Center Idbihi und Francis und mit einem angeschlagenen Wood waren wir natürlich gehandicapt, aber wir haben niemals aufgebeben und bis zum Schluss gekämpft. Das ist die positive Seite."
Spielverlauf: ALBA kam gut in die Partie. Vorne tanzte Derrick Allen seine deutlichen längeren Gegenspieler aus und hinten klauten die Albatrosse den Russen mit flinken Fingern die Bälle. Bryce Taylor schoss sein Team 9:5 in Front, aber die Gäste holten schnell wieder auf. Zumindest den Defensivrebound hatte ALBA aber im Griff und ging bis zur siebten Minute wieder 16:9 in Führung. Dabei glänzte vor allem Kyle Weaver hinten und vorne mit spektakulären Highlights. Als er jedoch mit zwei Fouls zurück auf die Bank musste, riss bei den Albatrossen etwas der Faden. Über ihren bulligen, aber trotzdem äußerst agilen Star Massey konnte Krasnodar – defensiv mittlerweile in Zonenverteidigung – bis zur Viertelpause wieder 21:21 ausgleichen.
Die Begegnung blieb auch im zweiten Viertel eng und umkämpft. Die Albatrosse rackerten in der Defense und ließen die Zuschauer fast vergessen, dass sie heute ohne echten Center antraten. Wenn die Russen scorten, dann meistens durch Distanzwürfe gegen den Mann von K.C. Rivers. Die traf dieser allerdings ausgesprochen gut, so dass Krasnodar nach sechszehn Minuten wieder 30:27 führte. Im Angriff unterliefen den Berlinern einige Fehler, aber sie kämpften um jeden Ball und legten vor der Halbzeit noch mal einen tollen Lauf aufs Parkett. Genaugenommen legte Marko Simonovic den Lauf aufs Parkett, denn der Serbe schickte gegen Krasnodars Zone gleich vier Dreier in Folge durch die Reuse, die sein Team zur Pause 41:34 in Front und die o2 World zum Toben brachten.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit setzte auch Lok-Coach Malkovic auf eine kleine Aufstellung ohne großen Fünfer, was sich prompt bezahlt machte: Point Guard Grigoryev verkürzte mit sieben schnellen Punkten auf 44:45. ALBA traf vorne seine Würfe nicht und lag kurz darauf wieder mit drei zurück. Als die Hauptstädter wieder stärker den Weg zum Korb suchten, zeigte das gleich Wirkung: Die Führung wechselte erneut. Bis zum Viertelende änderte sich an dem knappen Stand nichts mehr: Schaffartzik und Massey tauschten noch Dreier aus und es ging mit 56:55 in die letzten zehn Minuten.
Im Schlussabschnitt geriet ALBA allmählich in Foultrouble. Wood kassierte seine dritte Verwarnung, so viele wie Weaver auch auf dem Konto hatte, und wenig später kassierte auch Sven Schultze sein viertes. Bryce Taylor legte noch mal auf 63:60 vor, doch dann spielten sich spielentscheidende Szenen ab. Während bei Kuban plötzlich Roderick Blakney heißlief und eiskalt drei Mal aus der Distanz zuschlug (2x 3, 1x 2), setzten die Albatrosse gleich drei Freiwürfe in Folge daneben – die Russen führten 70:67. Dann leisteten sich die Berliner zwei Ballverluste, was Grigoryev und Blakney weniger als zwei Minuten vor dem Ende in ein 67:76 ummünzten. Aber ALBA steckte nicht auf und kam noch mal richtig nah ran. Bei 30 Sekunden Restzeit wurde Heiko Schaffartzik beim Dreier gefoult und versenkte alle drei Freiwürfe – es stand nur noch 77:80. Beim nächsten Angriff schafften es die Russen nicht, innerhalb von fünf Sekunden den Ball ins Feld zu bringen und Schaffartzik verkürzte weiter auf 79:80. Noch 20 Sekunden waren zu spielen und die Hauptstädter schickten Sheleketo an die Freiwurflinie. Der verwandelte dort zwei mal sicher zum 82:79. In den dramatischen Schlusssekunden hatten erst Schaffartzik und nach einem Offensivrebound auch noch Weaver einen Dreier zur Verlängerung auf der Hand, aber beide verfehlten ihr Ziel. Der letzte Rebound landete bei Massey und die Partie war gelaufen.


