Last-Minute-Niederlage in Bayreuth
(14.1.) ALBA hat sein Auswärtsspiel zum Rückrundenbeginn beim BBC Bayreuth am Samstag knapp mit 77:80 verloren. Nach hoher Führung zu Beginn ging die Partie in einer dramatischen Schlussphase noch verloren.
Statistik
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Eigentlich hatte die Partie für das Team von Gordon Herbert gut begonnen. Mit 17:2 waren die Albatrosse in die Partie gestartet, Bayreuth wirkte konsterniert. Aber mit zunehmendem Verlauf der Begegnung kam der BBC und die ausverkaufte Oberfrankenhalle immer mehr in Fahrt. ALBA hatte zwar Vorteile unter dem Korb, nutzte dieser aber mit der Zeit immer inkonsequenter aus und ließ hinten die Dreierschützen der Hausherren heißlaufen. Wenige Sekunden vor Schluss hatte Kyle Weaver noch die Verlängerung auf der Hand, sein Korbleger verfehlte aber das Ziel. Nun müssen die Albatrosse mit einer Niederlage im Gepäck nach Treviso weiterreisen, wo am Dienstag (20:45 Uhr, live auf Eurosport 2) zum Auftakt des Eurocup-TOP16s gleich das nächste schwere Auswärtsspiel wartet.
Nach zu letzten schwachen Leistungen präsentierte sich Dashaun Wood in Bayreuth wieder in alter Form. Der Point Guard kam am Ende auf 22 Punkte, 5 Rebounds und 2 Assists. Zweistellig punkteten sonst nur noch Derrick Allen (14) und Torin Francis (13). Yassin Idbihi kam nach seiner Verletzungspause wieder für vier Minuten zum Einsatz, hatte aber keinen Einfluss auf den Spielverlauf. Nie in den Griff bekamen die Albatrosse die beiden Bayreuth-Guards Jeanty (26) und Gibson (18), die auch in der Endphase die entscheidenden Akteure waren.
Stimmen zum Spiel
Wenn man in ein Spiel geht, ohne die Einstellung es zu gewinnen, gewinnt man auch nicht. Unser Ziel war es, ALBA zu schlagen. Sie haben uns in Berlin eine Lektion erteilt. Unser Rebounding war ein Faktor, in der zweiten Halbzeit hatten wir wichtige Rebounds. Wir haben uns im Spiel besser auf Berlin eingestellt. In der zweiten Halbzeit haben wir ihre Defensive teilweise knacken können. Das waren die beiden Unterschiede in der zweiten Hälfte. Wenn wir zu Hause spielen sind unsere Fans der sechste Mann! Beckham Wyrick hat am Ende sehr gut auf der Position vier gespielt. Tyler Smith hat zwölf Rebounds geholt, Danny Gibson und Osvaldo Jeanty haben wichtige Schüsse getroffen. In Berlin waren wir nicht das Team das wir sein können, heute schon.
Gordon Herbert (ALBA):
Gratulation an Bayreuth. Wir haben die ersten acht Minuten sehr gut gespielt aber in den nächsten drei Minuten hat uns Bayreuth überlaufen. Die letzten drei Viertel haben wir 16 Rebounds weniger als Bayreuth gehabt. Damit haben sie es verdient, zu gewinnen. Sie haben mit Herz und Motivation gespielt. Wenn man wie Bayreuth arbeitet und so eine Fankulisse hat, bekommt man das Momentum.
Spielverlauf: Die Auftaktphase in Bayreuth gehört ganz den Albatrossen. Sie dominierten die ersten fünf Minuten und hielten die Gastgeber in dieser Phase bei nur zwei Zählern. Vorne fanden die Berlin erfolgreich Torin Francis unter dem Korb oder Dashaun Wood (beide zusammen 19 Punkte im ersten Viertel) vollstreckte mit blitzschnellen Drives zu einer 17:2-Führung. Bayreuth kam schließlich über aggressive Defense besser ins Spiel. Sie zwangen die Hauptstädter zu einigen Ballverlusten und verkürzten bis zur ersten Pause auf 12:24.
Die Begegnung war nun eine ganz andere als zu Beginn. Die Franken machten ALBA das Leben mit viel Druck sehr schwer und gestalteten die Partie offen. Obwohl die Hausherren schon in Foulprobleme gerieten (Smith mit 3 Fouls und ihr einziger „echter“ Center Shtein sogar mit 4), blieben sie den Albatrossen auf den Fersen. Diese legten zwar immer wieder vor, vergaben dann aber wieder offene Würfe oder schliefen in der Verteidigung. Kurz vor der Halbzeit war Bayreuth wieder auf vier Zähler dran, aber Derrick Allen erlaubte seinem Team mit einem Dreipunktespiel zum 40:33 noch mit einem besseren Gefühl in die Kabine zu gehen.
Zurück auf dem Parkett attackierten die Bayreuther gleich wieder. Jeanty und Wyrick schlossen mit Dreipunktwürfen auf 46:48 auf, aber ALBA gelang es nochmals, einen Führungswechsel zu verhindern. Im Getöse der Frankenhalle ging fast jede „Lose-Ball-Situation“, also der Kampf um freie Bälle, an die Gastgeber, aber danke starken Aktionen von Dashaun Wood bewahrten sich die Hauptstädter zum Viertelende einen knappen 64:60 Vorsprung.
Im vierten Viertel schien die ALBA-Defense immer noch nicht auf der Höhe. Teils einfache Korbleger wurden den Franken gewährt. Da Bayreuth jetzt auch die schwierigen Dreier traf, waren die Hausherren nach einigen Minuten nach einem Distanztreffer von Gibson erstmals in diesem Spiel in Führung: 70:68. Dramatischen Schlussminuten mit mehreren Führungswechseln brachen nun an. Weniger als drei Minuten vor dem Ende brachten Wood und Simonovic ALBA wieder 72:70 in Front. Obwohl beim BBC jetzt Shtein und Ibekwe ihr jeweils fünftes Foul kassierten, eroberten die Franken über Jeanty die Führung zurück. Allen glich eine Minute vor dem Ende nochmals aus, doch den war es wieder der überragende Jeanty, der einen ganz entscheidenden Dreier für sein Team einnetzte. 20 Sekunden vor dem Ende hätte das Spiel beim Stand von 79:74 sogar noch mal kippen können: Schaffartzik verkürzte per Dreier auf zwei Zähler und ALBA verteidigte danach den Bayreuther Einwurf so gut, dass diese in fünf Sekunden keine Anspielstation fanden und die Albatrosse den Ball erhielten. Doch Kyle Weaver vergab seinen Korbleger zum Ausgleich und einer möglichen Verlängerung – das Spiel war verloren.


