Sieg im o2 World-Jubiläum - ALBA schlägt Turow
(29.11.) Nach dem dritten von sechs Eurocup-Spieltagen der Vorrunde steht ALBA mit einer makellosen Bilanz von drei Siegen da. Am Dienstag Abend besiegte das Team von Gordon Herbert Turow Zgorzelec aus Polen im 100. Heimspiel in der o2 World mit 79:68.
Statistik - Highlights - BM Fantalk - Pressekonferenz - TV.B Video
Statistik - Highlights - BM Fantalk - Pressekonferenz - TV.B Video
KISS FM Bericht
Der 78. Sieg im 100. Spiel in ALBAs Heimarena (gleichzeitig der neunte in Serie in der laufenden Saison) war ein hartes Stück Arbeit. Zwar erspielten sich die Hauptstädter in einer harten Partie, in der die Referees auf beiden Seiten viel laufen ließen, schnell einen kleinen Vorsprung. Aber bis zum Schluss blieb kein Moment, durchzuatmen, denn die Polen gaben niemals nach und bestraften kleine nachlässige Phasen sofort. Bis auf sechs Zähler kam Zgorzelec kurz vor Schluss sogar noch heran, bis Marko Simonovic und Bryce Taylor endlich für die Entscheidung sorgten.
Im schon nächsten Dienstag bei Turow stattfindenden Rückspiel (Eurosport 2 überträgt live) dürfen sich die Albatrosse auf einen heißen Tanz gefasst machen. Gleichzeitig kann ALBA mit einem Sieg dort vorzeitig die TOP16-Runde des Eurocups erreichen. Während die Berliner die Vierergruppe H mit drei Siegen anführen, stehen alle drei anderen Teams bei einem Sieg und zwei Niederlagen.
In einem ausgeglichen punktenden ALBA-Team traf Bryce Taylor (14) am häufigsten. Ebenfalls zweistellig trugen sich Derrick Allen (13), Dashaun Wood (12 + 9 Assists und 3 Rebounds), Marko Simonovic (11 + 3 Rebounds) und Yassin Idbihi (10) in die Scorerliste ein. Sven Schultze erzielte 9 Punkte, allesamt Dreipunktwürfe (3/6). ALBA verlor das Reboundduell 29:35, überzeugte aber im Passspiel mit insgesamt 20 Assists. Topscorer der Gäste war Daniel Kicker mit 16 Punkten, der die Albatrosse in der Schlussphase noch einmal arg in Bedrängnis brachte.
Stimmen zum Spiel
ALBA hat verdient gewonnen. Wir hatten einige gute Momente im Spiel aber auch einige nicht so gut. Leider sind wir früh in Rückstand geraten und ALBA immer hinterhergelaufen. Am Ende kamen wir noch mal heran, haben dann aber zu viele Korbleger vergeben. Jetzt müssen wir nach Hause fahren und das Spiel analysieren, um für das Rückspiel nächsten Dienstag bereit zu sein. ALBA ist ein gutes Team, aber trotzdem eine Mannschaft die wir schlagen können.
Gordon Herbert (ALBA):
Die Situation war heute ähnlich wie letzte Woche im Eurocup, als wir direkt aus einem sehr emotionalen Sieg gegen Bamberg kamen. Dieses Mal kamen wir von einem auch sehr emotionalen Sieg aus München zurück und mussten das schnell hinter uns lassen und uns fokussieren. Die meiste Zeit haben wir das gut hinbekommen. Es gab einige schwierige Situationen und wir hätten uns zwischendurch auch schon weiter absetzen können, aber dazu haben wir dann zu viele Fehler in der Defensive begangen. Insgesamt haben wir aber einen guten Job gemacht. Unsere Bankspieler haben uns heute sehr geholfen.
Spielverlauf: Von Beginn an entwickelte sich ein hart umkämpftes Spiel. Unter dem Korb schenkten sich beide Kontrahenten nichts und Körbe blieben zunächst Mangelware. Auf den Außenpositionen ließ Turow den Albatrossen ganz wenig Platz, so dass diese vornehmlich den Weg zum Brett suchten. Nachdem sie dort anfänglich wenig Lang gesehen hatten, brachte eine Erhöhung der Intensität von Derrick Allen und Torin Francis auch zunehmend Korberfolge. In der achten Minute hatten sich die Berliner auf 14:8 abgesetzt. ALBA setzte die Polen in der Defense weiter gut unter Druck und ging nach einem Dreier von Sven Schultze mit 17:10 in die erste Viertelpause.
Im Laufe des zweiten Viertels kam ALBA langsam besser in Schwung. Aus der Distanz gelang – mit Ausnahme von Sven Schultze – nicht viel, aber mit einigen schönen Passstafetten setzten sich die Albatrosse in der 14. Minute erstmals zweistellig ab. Das hatten sie aber vor allem ihrer Defense und der schlechten Wurfquote der Polen zu verdanken. Mit einem Dunk erzielte Idbihi die höchste Führung der Partie von 32:19, doch danach verloren die Albatrosse wieder den Faden. Turows Amerikaner Edwards und Jackson tankten nun Selbstvertrauen und verkürzten gegen einen nun etwas fahrig wirkende ALBA-Mannschaft bis zur Halbzeit wieder auf 27:34.
Turow kam mit Dampf aus der Kabine, aber ALBA hielt dagegen. Nach den ersten Minuten schaltete der vorher unauffällige und etwas glücklose Dashaun Wood einen Gang hoch und sorgte gemeinsam mit Derrick Allen dafür, dass sich sein Team wieder etwas absetzte. Nach einem 8:0-Run lagen die Hauptstädter 47:32 vorn. Doch die die Polen blieben hartnäckig, ließen sich nicht abschütteln. Mit starker Verteidigung arbeiteten sie sich bis auf acht Zähler heran, aber dank eines Buzzerdreiers von Sven Schultze ging ALBA wieder mit einem 56:45 in die letzte Pause.
Zu Beginn des Schlussabschnitts zogen die Albatrosse noch einmal an und schienen beim 62:47 durch Dashaun Wood endlich entscheidend davonzuziehen. Doch nochmals schlugen die Polen zurück. Nach einem schellen 0:6-Run brauchte Gordon Herbert wieder eine Auszeit. Bryce Taylor sorgte mit einem Dreier wieder für Luft, doch nun drehte der bis daher unsichtbare Topscorer Turows, Daniel Kickert richtig auf. Er verwandelte plötzlich jeden Wurf und war von Derrick Allen überhaupt nicht mehr zu halten. Bis auf 68:74 brachte er Zgorzelec bei weniger als zwei Minuten Restzeit heran. Doch dann gelang es ALBA, ihn zwei Mal in Folge zu stoppen und vorne machte Simonovic mit einem Korbleger endlich den Deckel auf das Spiel. In letzter Sekunde tat Bryce Taylor mit einem Dreipunktewurf aus der Ecke sogar noch etwas für den direkten Vergleich.




