ALBA gewinnt Topspiel-Thriller in München
(26.11.) ALBA hat am Samstag ein spannendes Spitzenspiel beim FC Bayern 85:79 gewonnen und den Münchnern die erste Heimniederlage beigefügt. Angeführt vom unglaublichen Dashaun Wood (27 Pkt, 6 Reb, 5 Ass) feierten die Albatrosse ihren 8. Sieg in Folge.
Bericht - Statistik - Highlights - Pressekonferenz - rbb Sportplatz
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Noch am selben Tag hatten die Bayern schon mal für eine Überraschung gesorgt: Wenige Stunden vor Spielbeginn präsentierten sie Jared Homan, der bis dato mit starken Statistiken (15,3 ppg, 10,0 rpg) für Bologna in Italien gespielt hatte, als direkt einsatzberechtigten Neuzugang. Homan hatte zwar noch keinen großen Einfluss, aber seine Teamkameraden lieferten ALBA ein bis in die Schlussminute packendes, intensives Duell. 40 Minuten lang ging es auf hohem Niveau hin und her, bis die Albatrosse sich in der Crunchtime mit viel Herz, wichtigen Offensivrebounds und dank einer Galavorstellung von Dashaun Wood den Auswärtssieg sicherten. Für die Hauptstädter war es der achte Erfolg in Serie in Bundesliga und Eurocup, für die Bayern die erste Heimniederlage der Saison.
Neben Wood punkteten auch Heiko Schaffartzik (14 + 3 Rb + 2 As), Bryce Taylor (13 + 6 Rb) und Derrick Allen (12 + 8 Rb) zweistellig. Zwar waren die Trefferquoten der Albatrosse nur durchschnittlich, aber sie griffen 13 Offensivrebounds vom Brett, davon entscheidende in der Schlussphase. Bei den Münchnern, die fast 50% ihrer Dreier trafen (8/17) waren Troutman (14) und Foster (13) die besten Scorer.
Stimmen zum Spiel
Glückwunsch an Gordon Herbert und ALBA BERLIN. Ich glaube dieses Spiel war eine Werbung für den Basketball. Es war ein Spiel auf sehr hohem Niveau, das wir sicher genauso hätten gewinnen können, und auch verdient gehabt hätten. Am Ende waren wir zwei defensive Rebounds davon entfernt, das Spiel zu gewinnen. Aber solche Dinge passieren. Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit der Leistung der Mannschaft. Wir haben gegen die wahrscheinlich heißeste Mannschaft der Liga gespielt und hatten diese am Rande einer Niederlage. Es hat nur sehr wenig gefehlt zum Schluss. Wir können mit dieser Leistung absolut leben, auch wenn uns das Ergebnis weh tut – keine Frage.
Gordon Herbert (ALBA):
Das war ein sehr gutes Basketballspiel. Beide Mannschaften haben in einer großartigen Atmosphäre hart gekämpft. Wir waren nicht besonders glücklich wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, glücklicherweise waren es nur vier Punkte Rückstand. Ich denke wir haben dann eine bessere zweite Hälfte gezeigt. Es war ein richtiger Wettstreit.
Spielverlauf: Die Gastgeber kamen besser in die Partie, während ALBA noch nicht ganz wach zu sein schien. Während die Albatrosse sich fahrlässige Unkonzentriertheiten leisteten und teils unbedrängt den Ball verloren, setzten sich die Bayern mit Punkten von Troutman und Foster schnell auf 13:6 ab. Eine Auszeit von Gordon Herbert zeigte Wirkung. Sein Team passte jetzt besser auf den Ball auf und erspielte sich vorne geduldig gute Abschlüsse. ALBA legte einen 13:4-Run aufs Parkett und ging wieder 19:17 in Front. Nach einer Bauermann-Auszeit kamen aber auch wieder die Münchner ins Spiel und die Partie blieb ausgeglichen. Das Viertel endete nach einem Korbleger in letzter Sekunde von Idbihi 21:22 aus Berliner Sicht.
Die ersten Minuten des zweiten Abschnitts ging es auf hochklassigem Niveau weiter hin und her. Beide Teams glänzten mit hochprozentigen Abschlüssen. Nachdem Weaver mit seinem bereits dritten Foul auf die Bank musste, setzte München zu einem kleinen Lauf an. ALBA schloss einige Angriffe gegen die harte Defense der Süddeutschen nicht erfolgreich ab und schon brachte Troutman Bayern 37:29 in Führung. Nach einer erneuten Auszeit fingen sich die Albatrosse zumindest offensiv wieder, fanden aber immer noch kein Mittel, die Bayern unter dem Korb zu stoppen. ALBA ließ ein paar Punkte an der Freiwurflinie liegen, so dass sich München einen kleinen Vorsprung bewahrte. Mit einem 39:43 ging es in die Kabine.
ALBA kam mit Intensität zurück aufs Parkett. Vor allem ein Mann drehte auf: Dashaun Wood. Er war nicht zu halten, erzielte neun Punkte für sein Team in Folge und sorgte per Dreier wieder für eine knappe Ein-Punkt-Führung. Die Bayern brachten ALBA weiter unter dem Korb in Bedrängnis, aber zwei Dreier von Heiko Schaffartzik setzten die Hauptstädter weiter auf 56:52 ab. Die Berliner begingen viele Fouls, schnell war die Teamfoulgrenze überschritten. Die Albatrosse steigerten sich in der Verteidigung und setzten sich ein kleines Stück ab. Bis auf sieben Zähler gingen sie in Front, aber ein Dreier von Jagla sorgte für das 64:60 vor dem letzten Viertel.
Die Bayern waren noch lange nicht abgeschlagen. In den ersten Minuten des Schlussabschnitts kämpften sie sich zurück und hatten nach dem nächsten Dreier von Jagla die Führung zurück erobert. Nach einem kurzen Run sah es schon wieder besser aus für ALBA. Taylor hatte fünfeinhalb Minuten vor dem Ende mit einem Break für das 73:68 gesorgt. Doch die Münchner kamen abermals zurück. Der nächste eiskalte Dreier von Foster ließ das Polster auf einen Punkt zusammenschrumpfen und kurz drauf brachte Benzing seine Farben im Fastbreak wieder einen Punkt in Front. Benzing legte nach und beim 76:73 begann das Publikum im ausverkauften Audi Dome schon zu frohlocken. Doch sie hatten die Rechnung ohne Dashaun Wood gemacht. Mit einem irren Buzzerdreier von ganz weit draußen und einem Korbleger eroberte er die Führung anderthalb Minuten vor dem Ende wieder zurück (80:79). ALBA verteidigte einmal gut und hatte nun Zeit, die Uhr herunterzuspielen. Zwar ging ein freier Dreier daneben, aber Simonovic sicherten sich den wichtigen Offensivrebound, so dass die Albatrosse weitere Sekunden von der Uhr nehmen konnten. Wieder zog Wood zum Korb, vergab zwar, aber sicherte sich gegen drei größere Münchner nochmals den Offensivrebound. Er wurde gefoult und traf bei 20 Sekunden Restzeit einen von zwei Freiwürfen zum 81:79. Bayern hatte eigentlich den letzten Angriff, aber Derrick Allen klaute Steffen Hamann beim Pick ´n Roll-Versuch den Ball, so dass die Bayern nur noch foulen konnten. Heiko Schaffartzik ging an die Linie und besiegelte mit zwei verwandelten Freiwürfen die erste Heimniederlage der Bayern.




