ALBA verliert dramatisches Finale in Bamberg knapp
(18.6.) Sie waren so nah dran, aber am Ende hat es nicht gereicht: ALBA BERLIN hat die Meisterschaft im entscheidenden 5. Finalspiel knapp verpasst. Mit 65:72 unterlagen die Albatrosse den Brose Baskets in einer packenden, intensiven Partie, die auch andersherum hätte ausgehen können.
Highlights F5 Bamberg - ALBA
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Ein spannenderes und aufregenderes Finale hätte man sich nicht wünschen können. Die ganze Zeit über war die fünfte und entscheidende Finalpartie am Samstag in Bamberg auf höchstem Intensitäts-Niveau. Bis in die Schlusssekunden hatten beide Kontrahenten noch die Chance, die Meisterschaft für sich zu entscheiden. Zwei Dreier in den letzten 100 Sekunden von Goldsberry und Roberts, auf die die Albatrosse keine Antwort mehr fanden, brachten schließlich die Entscheidung. Damit endet für ALBA BERLIN die längste und wohl turbulenteste Saison aller Zeiten mit vielen personellen Wechseln nach drei begeisternden Playoff-Serien erst im allerletzten möglichen Spiel.
Auch Julius Jenkins in überragender Form (22 Punkte, 5 Rebounds) konnte die knappe Niederlage leider nicht abwenden. Neben ihm scorte noch Bryce Taylor mit 13 Zählern und 3 Rebounds zweistellig. Miroslav Raduljica erzielte 9 Punkte und 4 Rebounds, Yassin Idbihi 8 und 6. Die Bamberger Co-Topscorer waren Predrag Suput und Brian Roberts mit je 15 Zählern. Kyle Hines, der später zum MVP der Finalserie gekürt wurde, kam auf 12 Punkte, 9 Rebounds und 4 Blocks.
Spielverlauf: ALBA startete gut, ging über Allen und Raduljica 4:0 in Führung. Wie es sich für ein fünftes Finale gehört, waren beide Teams gleich mit voller Intensität bei der Sache. Bamberg konterte mit eine 7:0-Lauf, um selbst das erste Mal in Front zu gehen. Auf beiden Seiten wurden unter dem Korb teils leichte Chance vergeben, Nervösität war spürbar. Bamberg traf nun sein Dreier, aber auf ALBA-Seite sorgte jetzt auch der eingewechselte Julius Jenkins für Punkte. Die Gäste bewahrten sich die ganze Zeit über einen kleinen Vorsprung. Mit 13:16 ging das Team von Muli Katzurin nach weiteren vergebenen Korblegern in die erste Viertelpause.
ALBA baute auch im zweiten Viertel viel Druck in der Verteidigung auf und machte die Bamberger teils ratlos. Da diese aber auch sehr stark verteidigten und den Albatrossen dagegen auch noch Ballverluste unterliefen, kamen die Gastgeber über Fastbreaks doch zu ihren Punkten. Nach einer mehrminütigen Durststrecke brachte Julius Jenkins endlich wieder Punkte für sein Team aufs Scoreboard, doch unter dem Korb machte nun Kyle Hines große Probleme, der nicht gut verteidigt wurde. Beim Stand von 28:20 für Bamberg wollte Muli Katzurin die erste Auszeit der Partie. Diese zeigte Wirkung. ALBA legte in der Defense noch mal ein Schippe drauf und kam mit einem 6:0-Lauf über Rochestie (der allerdings auch sein drittes Foul kassierte), Idbihi und Jenkins (16 Punkte in Hälfte 1) wieder ins Spiel. Jeder Korb auf beiden Seiten musste hart erkämpft werden und die Albatrosse kämpften! Mit einem Tip-in brachte Idbihi sein Team nach langer Zeit wieder 30:29 in Führung, was nach einem 10:1-Lauf gleichzeitig auch den Halbzeitstand bedeutete.
Die zweite Hälfte begann gleich mit richtig Feuer. ALBA kam gut ins Laufen und setzte sich angetrieben von Julius Jenkins schnell auf 38:33 ab. Goldsberry hielt sein Team im Spiel, aber ein unglaulicher Monsterdunk von Taylor hielt ALBA vorn. Bis auf 48:43 setzten sich die Berliner mit Freiwürfen ab, aber Bamberg war nicht abzuschütteln. Der nächste Dreier von Goldsberry und Roberts aus der Mitteldistanz glichen die Partie wieder aus. Raduljica setzte sich aber nun wieder stark am Brett durch und als Heiko Schaffartzik einen Buzzerbeater aus der Mitteldistanz eingeschossen hatte, ging ALBA mit einem 52:48 ins Schlussviertel.
ALBA legte auch im vierten Viertel gut los erhöhte durch Taylor auf sechs Zähler Vorsprung. Doch Bamberg schlug noch mal zurück. Mit einem 8:0-Run über Pleiß, Terry und Roberts eroberten sie die Führung zurück. Es wurde immer dramatischer: Nach diesem 56:54 fiel minutenlang gar kein Korb mehr, so sehr kämpften beide Teams in der Defensive. Bei weniger als drei Minuten Restzeit brachte Jenkins sein Team wieder mit einem Zähler in Front, aber Bamberg eroberte erneut die Führung zurück. Nur noch anderthalb Minuten waren zu spielen als Bryce Taylor einen Dreier zum 64:62 einschoss – die 700 mitgereisten ALBA-Fans wittern nun schon die Meisterschaft. Doch nach einer Auszeit markierten erst Goldsberry und nach einem ALBA-Fehlwurf Roberts jeweils eiskalt ebenfalls einen Dreipunktewurf. Da stand es 68:64 und es waren nur noch 40 Sekunden zu spielen. Das sollte die Vorentscheidung bleiben. Die Albatrosse versuchten es mit Stop-the-Clock, aber es half nichts mehr: Das Spiel war verloren und die Meisterschaft nach Bamberg gegangen.


