Finale wieder offen! ALBA gleicht in Berlin zum 1:1 aus
(8.6.) ALBA hat die Finalserie gegen Bamberg am Mittwoch Abend in der o2 World mit einem begeisternden 80:71-Sieg zum 1:1 ausgeglichen. Trotz eines 2:18-Fehlstarts drehten die Albatrosse angeführt von Julius Jenkins (23 Punkte) in den letzten drei Vierteln noch die Partie.
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Nach der durch Startenor Tobey Wilson vorgetragenen Nationalhymne verschlief ALBA das erste Viertel vor 12.432 Zuschauern (Bundesliga-Final-Rekord) zunächst komplett, wirkte gar nicht richtig wach. Ganz anders die Gäste, die ohne den verletzten John Goldsberry sehr fokussiert waren, beinahe jeden Wurf trafen und nach 10 Minuten 28:14 führten. Im zweiten Abschnitt zeigten die Albatrosse ein ganz anderes Gesicht, steigerten ihre Intensität in der Defense und kamen mit einer tollen Aufholjagd bis zur Halbzeit auf 41:42 heran. Bis ins Schlussviertel blieb die packende Partie daraufhin offen, bis ALBA - vor allem in Person von Topscorer Julius Jenkins (beim vorherigen Spiel in Bamberg nur drei Punkte) - wichtige Schüsse traf, während Bamberg nicht mehr nachlegen konnte. Du Zuschauer feierten noch lange euphorisiert einen großen Playoff-Sieg, der an Dramatik und Attraktivität dem viel zitierten "Traumfinale" in allen Belangen gerecht wurde.
Nun kommt es am Samstag um 20 Uhr zum nächsten Aufeinandertreffen der beiden Finalisten. Durch den Sieg ist außerdem klar, dass es am kommenden Dienstag (14.6., 20 Uhr) ein weiteres Heimspiel in der o2 World geben wird. Der Ticketvorverkauf hat bereits begonnen.
Überragender Berliner war Julius Jenkins, der 23 Punkte erzielte und vor allem in der entscheidenden Phase zur Stelle war. Sonst punktete nur noch der ebenfalls sehr überzeugende Miroslav Raduljica zweistellig (17). Derrick Allen kam auf 6 Punkte und 8 Rebounds, Yassin Idbihi und Taylor Rochestie erzielten jeweils 7 Zähler. Die Berliner präsentierten sich hochkonzentriert an der Freiwurflinie (22/24), wo Bamberg nur 18/27 traf. Bei den Dreipunktwürfen hielt ALBA die Gäste weit unter ihrem Schnitt (26%) und gewann auch das Reboundduell knapp 35:33. Die auffälligsten Bamberger waren Roberts und Jacobsen (16 Punkte) sowie Suput (12). Kyle Hines, der im ersten Finale groß aufgetrumpft hatte, kam nur auf 3 Punkte.
Spielverlauf: Die Albatrosse verschliefen den Start vollkommen. Bamberg dagegen war direkt hochkonzentriert und schloss die ersten vier Angriffe erfolgreich ab, während ALBA noch ungeordnet agierte. So wollte Muli Katzurin beim Stand von 0:8 sofort eine Auszeit und wechselte gleich fleißig durch. Raduljica traf endlich zwei Freiwürfe für Berlin, blieb aber weiter abschlussschwach. Es funktionierte rein gar nichts bei ALBA: Schon sichere Rebounds gingen verloren und Korbleger gingen daneben. Bamberg hingegen traf gegen die Berliner Zonenverteidigung einfach alles und führt enach sechs Minuten sage und schreibe 18:2. Allmählich wachten die Albatrosse aber endlich auf: Stück für Stück begannen sie – vornehmlich von der Freiwurflinie – den Rückstand aufzuholen. Als es zwei Minuten vor der Viertelpause "nur" noch 12:23 stand, brauchte Chris Fleming die Auszeit. ALBA nutzte die Chancen aus endlich erfolgreicherer Defense in den letzten Minuten leider nicht und musste nach einem Dreier von Jacobsen mit einem 14:28-Rückstand ins zweite Viertel.
Von außen fiel nach wie vor gar nichts bei den Albatrosse, doch mit viel Einsatz Richtung Brett fanden sie nun trotzdem Wege, zu scoren. Den Brose Baskets wurde es allerdings in ihren Angriffen immer noch zu leicht gemacht. Mit teils freien Korblegern verhinderten sie, dass sich der Vorsprung groß reduzierte. In der vierte Minute bekam das Team von Chris Fleming allerdings erste Foulprobleme: Sowohl Predrag Suput als auch Brian Roberts mussten mit jeweils drei Verwarnungen auf die Bank. ALBA drückte nun immer mehr in der Verteidigung und stellte Bamberg vor immer größere Probleme. Und auch offensiv platzte endlich der Knoten: Zwei Dreier von Heiko Schaffartzik und zwei Mitteldistanzwürfe von Julius Jenkins vollendeten einen 14:0-Lauf, der ALBA erstmalig mit 35:34 in Führung brachte. Nun wogte es hin und her und die Zuschauer in der o2 World gerieten völlig aus dem Häuschen – eine Wahnsinns Atmosphäre. Die Führung wechselte nun ständig, da auch Bamberg wieder aus seiner Stockstarre erwacht war. Jacobsen schoss sein Team kurz vor der Pause wieder mit drei Zählern in Führung, doch Julius Jenkins machte es in letzter Sekunden mit Tip-in nach eigenem Fehlwurf zum 41:42 wieder ganz ganz eng.
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Zwei Minuten dauerte es, bis Immanuel McElroy in einem der seltenen Fastbreaks die ersten Punkte des Schlussabschnitts markierte. Weiterhin wurden fleißig Fouls verteilt. Idbihi und Schultze hatten mittlerweile derer vier auf dem Konto, aber das selbe galt kurz darauf auch für Bambergs Brian Roberts. Nach einem Freiwurf von Suput zog ALBA mit einem 7:0-Lauf über Julius Jenkins auf 67:59 davon, doch die höchste Berliner Führung bis dato blieb nur von kurzer Dauer. Nachlässige Defense gegen Suput und Pleiss nutzten diese mit einer 8:0-Serie blitzschnell zum erneuten Ausgleich. Doch dann hatte ALBA einen ganz entscheidenden Moment. Raduljica netzte zwei Freiwürfe ein und die Albatrosse eroberten sich direkt nach dem Einwurf in Bambergs Hälfte wieder den Ball. Rochestie nahm sich ein Herz und schoss den Dreier ein – das waren fünf Punkte, ohne des Gegners Hälfte verlassen haben zum 72:67. ALBA war dem Sieg nun nahe. Anderthalb Minuten vor dem Ende versenkte Idbihi einen Hakenwurf und als Bamberg danach wieder nicht scorte, sorgte McElroy mit zwei Freiwürfen für die Entscheidung. Auch mit stop-the-clock waren die Gäste nicht mehr in der Lage, die Partie zu drehen, so dass das Publikum in den letzten Sekunden schon ausgieb den Ausgleich feiern konnte.
Stimmen zum Spiel:
Chris Fleming (Bamberg):
Ich bin sehr zufrieden mit unserem Start, aber wir haben im zweiten Viertel mit zu wenig Energie gespielt. Wir haben defensiv zu viel die Hände eingesetzt, so dass ALBA ständig an der Freiwurflinie stand und wir unseren Schwung verloren haben. Die zweite Halbzeit war dann lange ausgeglichen. Am Ende hat Berlin wichtige Würfe getroffen und wir nicht. Julius Jenkins war dabei sehr entscheidend. Aber wir werden jetzt nicht lange traurig sein sondern freuen uns auf Spiel drei.
Muli Katzurin (ALBA):
Wir sind sehr schlecht gestartet und es schwer zu verstehen, warum. Doch muss ich meinem Team auch viel Respekt zollen, dass es so ein starkes Comeback abgeliefert hat. Das ist nicht einfach gegen einen Gegner wie Bamberg. In der zweiten Halbzeit haben wir die meiste Zeit „richtig“ gespielt, haben die richtigen Entscheidungen getroffen. Ich bin sehr froh für alle in diesem Club, dass uns der Ausgleich gelungen ist. Nun haben wir eine best-of-three Serie. Um in Bamberg zu gewinnen, müssen wir aber einmal 40 Minuten konstant gut spielen.


