Finale 1 kippt im Schlussviertel
(5.6.) ALBA BERLIN hat das erste Spiel der Finalserie gegen die Brose Baskets am Sonntag in Bamberg mit 76:90 verloren und liegt nun 0:1 zurück. Nach drei starken Vierteln verloren die Albatrosse im vierten den Faden und unterlagen am Ende deutlicher, als die Partie lange gewesen war.
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Die Zuschauer in der ausverkauften und ohrenbetäubend lauten Stechert Arena sahen im ersten Finalspiel eine sehr ausgeglichene, hochklassige erste Halbzeit, in der sich nach zwei Runs in der Anfangsphase kein Team mehr nennswert absetzen konnte. Zum Ende des dritten Abschnitts, in dem die Berliner sogar in Führung gegangen waren, nutzten die Brose Baskets eine Schwächephase blitzschnell zu einer Sieben-Punkte-Führung. Mit knallharter Defense im Schlussabschnitt zog das Team von Chris Fleming ALBA schließlich schon einige Minuten vor dem Ende den Zahn. So kam es noch zu einem deutlichen Endergebnis, nachdem es aber lange nicht aussah. Am Mittwoch um 19 Uhr hat das Team von Muli Katzurin in der o2 World nun die Chance, die Serie wieder auszugleichen.
In beiden Teams wurde sehr ausgeglichen gescort. Bei ALBA punkteten nur Allen (13 + 4 Rebounds), Raduljica (11 + 4 Rebounds) und Taylor (10 + 12 Rebounds) zweistellig. Der Rest der Zähler verteilte sich gleichmäßig über das Team. Einzig Immanuel McElroy, der wie Julius Jenkins (3 Zähler) einen schwachen Tag erwischte, blieb ohne einen einzigen Punkt. Bei Bamberg scorten mit Hines, Jacobsen (14), Roberts (14), Gavel (10) und Goldsberry (10) indes fünf Spieler im zweistelligen Bereich. Zwar entschieden die Albatrosse das Reboundduell knapp mit 34:33 für sich, doch im Bereich der Ballverluste (14:8) und Wurfquoten waren die Berliner stärker unterlegen.
Spielverlauf: Bamberg erwischte den besseren Start, ging über Pleiss und Jacobsen gleich 5:0 in Führung. Taylor und Raduljica glichen unvermittelt aus, aber die Brose Baskets behielten Übergewicht. Vor allem dank Casey Jacobsen, der neun Punkte in Serie in der Anfangsphase erzielte und sein Team 11:5 in Front schoss. ALBA tat sich offensiv schwer und vergab auch einfache Punkte. In der Defense stellten die Albatrosse auf Zone um, die Suput aber mehrmals einfach über den High Post aushebelte. Da die Berliner auch einige Rebounds abgaben, führten die Gastgeber in der sechsten Minute nach einem 8:0-Run 15:8. Doch das Team von Muli Katzurin kämpfte sich über aggressive Verteidigung zurück in die Partie. Alle Akteure auf dem Feld waren bereits ausgetauscht worden, unter den vor allem Idbihi nun einige gute Szenen unter dem Bamberger Korb und großen Anteil an einem Berliner 9:1-Lauf hatte, der zum 17:17-Ausgleich führte. Nur ein getroffener Freiwurf von Schultze und auf der Gegenseite ein Korbleger von Terry bedeuteten den 19:18-Viertelendstand.
Im zweiten Abschnitt blieb es weiter knapp. Bamberg hatte immer hauchdünn die Nase vorne, konnte sich aber nie weiter als auf vier Punkte absetzen. Andersrum gelang es den Albatrossen, die über Allen und Radujlica nun sehr erfolgreich das Brett attackierten, auch nicht, die Führung zu übernehmen. Schmerzhaft für Muli Katzurin war, dass nun sowohl Derrick Allen als auch Taylor Rochestie, die beide richtig gut drauf waren, ihr drittes Foul kassierten und auf die Bank zurück mussten. Die Gastgeber suchten nun vor allem Suput, der immer wieder Wege fand, gegen die engagierte ALBA-Defense zu punkten. Zwei Minuten vor der Halbzeit glich der starke Raduljica zum 35:35 aus, aber einige unglückliche Szenen, darunter auch das dritte Foul des Serben, erlaubten Bamberg, über den nicht zu stoppenden Kyle Hines wieder auf fünf Zähler davonzuziehen. Taylor traf kurz vor der Pause zwar noch den ersten ALBA-Dreier der Partie, doch im letzten Angriff stellte wieder Hines per Buzzer den 38:42-Halbzeitstand her.
Die Albatrosse kamen gut aus der Kabine, machten Bamberg in der Defense das Leben schwer und gingen mit einem 7:2-Lauf, in dem Dragicevic sich zwei mal stark am Korb durchsetzte, mit 45:44 erstmalig in der Partie in Führung. Leider erlaubte sich das Hauptstadtteam danach einige unnötige Ballverluste, die zu leichten Bamberger Punkten und einem erneuten Vorsprungswechsel führten. Gavel und Jacobsen trafen für die Brose Baskets, doch kurz darauf hatten Allen und Raduljica die Führung zurückerobert. Beide Teams trafen kaum aus der Distanz, dafür wurde unter den Brettern umso mehr gekämpft. Eine Reihe von Ballverlusten durch Fehlpässe oder Fouls eröffneten Bamberg Gelegenheiten, die diese nicht ungenutzt ließen und sich mit einem Buzzer von Roberts zum Ende des Viertels noch bis auf 62:55 absetzten.
Zum Beginn der letzten 10 Minuten schloss Dragicevic mit zwei Freiwürfen zunächst weiter auf, doch dann kamen die Hausherren ins Laufen. Dass ALBA kurzweilig einige Angriffe gegen die noch intensiver gewordene Brose-Defense nicht erfolgreich abschloss, nutzen Hines und vor allem Roberts blitzschnell, um ihr Team 69:57 in Front zu schießen. Lucca Staiger war noch mal mit einem wichtigen Dreier zur Stelle, doch es lief weiter vieles gegen ALBA: Goldsberry konterte direkt viel zu frei von draußen, während die Berliner sich die Zähne an Bambergs Defense ausbissen. Es hagelte Fouls für die Hauptstädter, die Bamberg an der Freiwurflinie konsequent ausnutzte. Bis auf 19 Zähler zogen die Franken fünf Minuten vor Schluss so davon. Da war klar, dass in dieser Partie nichts mehr zu holen wäre für die Albatrosse. Diese kämpften weiter bis zum Schluss, konnten den Rückstand aber nur noch bis auf vierzehn Zähler reduzieren.
Stimmen zum Spiel
Chris Fleming (Bamberg):
Es war zum Ende des dritten und zu Beginn des vierten Viertels ein guter Lauf von uns. Wir haben in dieser Phase mit großer Energie gespielt und dann auch unsere wichtigen Würfe getroffen. Zu John Goldsberry habe ich noch keine Diagnose.
Muli Katzurin (ALBA):
Gratulation an Bamberg. Wir sind gut ins Spiel gekommen, dann haben wir aber Fehler gemacht. Für eine Mannschaft, die nur ein Training vor den Finalspielen zusammen hatte, haben wir zufriedenstellend gespielt.


