87:68 in Frankfurt – ALBA im Finale um die Deutsche Meisterschaft!
(2.6.) Die Albatrosse haben Geschichte geschrieben: Mit einem 87:68 im entscheidenden fünften Halbfinale in Frankfurt am Donnerstag haben sie als erstes Team in der der Bundesliga eine Best-of-five-Serie mit drei Auswärtssiegen gewonnen.
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So eine Serie hat die Basketball Bundesliga seit ihrer Gründung noch nicht erlebt: Noch nie hatte sich in einer Best-of-five-Serie in allen fünf Spielen das Auswärtsteam durchgesetzt. Dank einer vor allem defensiv überragenden Leistung haben die Albatrosse am Donnerstag im fünften Halbfinale in Frankfurt dieses historische Kunststück mit Bravur vollbracht und sind damit ins Finale gegen die Brose Baskets Bamberg eingezogen. Die Berliner legten in dieser Partie DaShaun Wood wieder sehr erfolgreich an die Kette (9 Punkte) und erspielten sich aus ihrem Defense-Bollwerk schon im ersten Viertel eine zweistellig Führung, die sie nie mehr aus der Hand gaben. ALBA dominierte vor allem unter den Brettern und zog in der Verteidigung mit zahlreichen Varianten zwischen Mann- und Zonendefense alle Register. Im dritten Viertel kamen die Hausherren noch einmal gefährlich auf vier Zähler heran, doch die Hauptstädter blieben konzentriert, gerieten nicht ins Wanken und zogen zielstrebig wieder davon.
Ein sehr ausgeglichenes ALBA-Team wurde dabei in der Punkteliste von Yassin Idbihi (16), Derrick Allen (15), der an alter Wirkungsstätte im entscheidenden Moment wieder zur Höchstform auflief, Julius Jenkins (11) und Heiko Schaffartzik (10) angeführt. Heimlicher Held war Sven Schultze, der in der Serie noch gar nicht viel auf dem Feld stand und auch dieses Mal erst im dritten Viertel zum Einsatz kam, aber die Skyliners in wichtigen Phasen mit seinen drei frechen Dreiern jeweils auf Distanz hielt. ALBA gewann dazu das so wichtige Reboundduell klar mit 37:27.
Das erste Spiel der Finalserie findet am Sonntag (5.6., 15:45 Uhr, SPORT1 überträgt live) in Bamberg statt. Dazu bietet ALBA BERLIN wieder eine gemeinsam mit der ALBA Group gesponsorte Fanfahrt an. Das erste Heimspiel findet am Mittwoch (8.6.) um 19:00 Uhr in der o2 World. Der Ticketvorverkauf hat bereits begonnen.
Spielverlauf: Die Albatrosse begannen sehr konzentriert, verteidigten engagiert und effektiv gegen Wood und sicherten sich ihre Rebounds. Zu Beginn wurde vorne stets Raduljica unter dem Korb gesucht, der dort auch gleich die ersten sechs ALBA-Punkte erzielte, dann aber mit zwei Fouls leider schnell auf die Bank musste. Frankfurt kam nicht gut zum Zuge und nachdem McElroy zwei Dreier und Idbihi kurz darauf aus der Halbdistanz eingenetzt hatte, brauchte Skyliners-Coach Herbert beim Stand von 16:5 die erste Auszeit. ALBA verlor danach etwas die Schwung offensiv und die Hessen konnten über Nolte bis auf 10:18 verkürzen. Nach einigen vergebenen Freiwürfen auf beiden Seiten fingen sich die Berliner aber wieder und zogen aus starker Defense über Allen und Ibihi zum Viertelende bis auf 26:13 davon.
Taylor und Jenkins schossen ALBA im zweiten Abschnitt gleich bis auf 18 Punkte in Vorsprung, doch bei den Skyliners übernahm nun statt des bisher unauffälligen Woods Power Forward Roger Powell das Ruder, der es mit einem Dreipunktespiel und einem Dreier wieder knapper machte. Unter dem Korb ging es wieder mit äußerster Intensität zu, so das sich schon die ersten Foulprobleme einstellten: Raduljica und Jenkins hatte schon drei kassiert, bei Frankfurt galt das Gleiche für Moss. Die Albatrosse verkrafteten das zwischenzeitliche Hoch der Gastgeber, vor allem da sie vorne weiter geduldig spielten und hochprozentig (häufig über Derrick Allen) abschlossen. Aber die Skyliniers blieben brandgefährlich. Zwar war DaShaun Wood immer noch nicht großartig in Erscheinung getreten, doch seine Teamkollegen verkürzten mit vielen Fastbreaks kurz vor der Pause wieder auf 33:42. ALBA gingen im Angriff die Bälle verloren und Frankfurt war nach einem Dreier von De Mello auf sieben Zähler dran. Mit zwei Freiwürfen in beinahe letzter Sekunden konnte Bryce Taylor den Vorsprung aber noch auf 45:36 schrauben.
Auch wenn Moss sofort sein viertes Foul kassierte, liefen die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel mehr für die Skyliners. Stück für Stücken kamen sie näher, während ALBA gegen ihre Defense große Schwierigkeiten bekam. Schließlichlich kassierte auch Raduljica sein viertes Foul (offensiv) und Frankfurt war auf 43:50 dran. Wenig später hatten die Hessen sogar auf vier Punkte verkürzt, doch die Berliner blieben ruhig und konterten. Erst Derrick Allen mit einem Dreipunktespiel, dann Idbihi nach Offensivrebound und schließlich der gerade eben zum ersten Mal (für Allen mit vier Fouls) eingewechselte Schultze frech von der Dreierlinie stellten wieder ein 58:46 für ALBA her. Die Albatrosse rührten jetzt in der Verteidigung mächtig Beton an und ließen die Hausherren überhaupt nicht mehr zum Punkten kommen. So zogen sie Stück für Stück davon und hatten sich zum Ende des Viertels dank eines Buzzerdreiers von Sven Schultze einen 65:48-Vorsprung erkämpft.
Im Schlussviertel war es schon wieder Sven Schultze, der einen frühen Lauf der Skyliners unterband und den nächsten Dreier durch die Reuse schickte. Die Zeit tickte nun gegen die Frankfurter, die immer noch kein Rezept gegen ALBAs Defense fanden. Als die Albatrosse zwischen der 34. und 35. Minute einen 9:0-Run über Idbihi, Schaffartzik und Taylor zum 77:53 hinlegten, war die Partie quasi schon entscheiden. Die Gastgeber kämpften weiter, aber ALBA hatte alles im Griff und es war nur noch eine Frage der Höhe des Sieges. Für die Frankfurter Anhänger kam immerhin noch Freude auf, da Pascal Roller zu seinem Karriereabschied noch einmal eingewechselt wurde und von von allen in der Halle Standing Ovations erhielt. Der Rest des Jubels war dem Team von ALBA BERLIN uns seinen ca. 300 Anhängern, die ihrer Mannschaft sensationell unterstützt hatten, vorbehalten.
Stimmen zum Spiel
Gordon Herbert (Frankfurt):
Gratulation an Muli Katzurin und Berlin. Eine seltsame Serie endet in einem seltsamen Spiel. In Spiel 4 haben wir sie mit unserem Willen geschlagen. Heute ist Berlin das mit uns gelungen. Die Offensive darf deine Verteidigung nicht beeinflussen, aber genau das ist heute bei uns geschehen. Bei einem Spiel 5 geht es nicht darum, was sie oder wir tun, es geht nur um Einsatz, Energie und Willen. Da waren sie heute einfach besser als wir.
Muli Katzurin (ALBA):
Ich bin glücklich, dass wir heute auf der Gewinner-Seite waren. Beide Teams verdienen absoluten Respekt für diese einzigartige Serie. Es war nicht leicht drei Mal hier in Frankfurt zu gewinnen. Vor dem Spiel habe ich meiner Mannschaft gesagt, dass es heute nicht um spielerische Qualität, sondern einzig und allein um unsere Energie geht. Vor allem unsere Veteranen haben heute stark gespielt. Ich will mich bei den mitgereisten Fans, meinen Spielern und meinen Assistenztrainern, die für mich eher wie Partner sind, bedanken.


