81:80 - ALBA klaut ohne Jenkins das erste Halbfinale in Frankfurt
(18.5.) Die Albatrosse sind im Auftaktspiel ihrer Halbfinalserie mit einem nervenaufreibenden 81:80-Sieg bei den Frankfurt Skyliners 1:0 in Führung gegangen. Ohne Topscorer Julius Jenkins (Rückenprobleme) fiel die Entscheidung in einer dramatischen Partie erst in den letzten Sekunden.
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Kurzfristig vor dem Spiel entschied sich, dass ALBAs bisher bester Punktesammler in den Playoffs, Kapitän Julius Jenkins, mit Rückenproblemen würden passen müssen. Er wird weiterhin behandelt und es gibt Hoffnung, dass er im nächsten Spiel wieder einsatzbereit ist. Da Immanuel McElroy auch immer noch leicht angeschlagen auflief, gingen die Berliner auf den kleinen Positionen also stark gehandicapt in die Partie. Doch eben jener McElroy machte ein Riesenspiel. In fast 35 Minuten Spielzeit verteidigte er MVP Wood (der trotzdem 17 Punkte erzielte) knallhart und war in der zweiten Halbzeit mit mehreren wichtigen Dreier und Offensivrebounds genau dann zur Stelle, wenn sein Team ihn brauchte. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit (37:39) waren die Hauptstädter fahrig aus der Kabine gekommen und mit sieben Zählern in Rückstand geraten. Doch dann schlug die Stunde von Immanuel McElroy, der gemeinsam mit dem ebenfalls groß auftrumpfenden Yassin Idbihi das ALBA-Schiff wieder auf Kurs brachte. Frankfurt hielt jedoch stark dagegen, so dass die letzten Sekunden in der Ballsporthalle zur reinen Nervenschlacht wurdem. Der entscheidene Rebound in einem ALBA-Angriff in den letzten Sekunden landete schließlich bei Yassin Idbihi, der seinem Team damit den hauchdünnen Ein-Punkt-Sieg und die 1:0-Serienführung sicherte. Am kommende Samstag findet das Halbfinale nun in der o2 World seine Fortsetzung. Tickets >>
Immanuel McElroy war mit 17 Punkten Topscorer der Albatrosse und markierte dabei noch 5 Assists und 3 Rebounds. Ebenfalls sehr stark spielte Idibhi auf, der 15 Punkte und 3 Rebounds erzielte. Außerdem zweistellig scorten Derrick Allen (12 + 3 Rebounds) und Tadija Dragicevic (10 + 5 Rebounds). Vor allem dank Immanuel McElroy (4/6) hatten die Albatrosse 50% ihrer Dreipunktewürfe getroffen (Frankfurt 44%) und entschieden auch das wichtige Reboundduell mit 34:31 knapp für sich. In der Turnover-Statistik (13:12) und bei den Assists (17:17) schenkten sich beide Teams hingegen nichts. DaShaun Wood markierte 17 Punkte für Frankfurt (6 Assists), kam aber trotzdem nicht wie gewohnt zur Entfaltung. Starke Unterstützung bekam er von Topscorer de Mello (19, 5/8 3er) und McKinney (14).
Kapitän Jenkins fehlte seinem Team verletzt
Zu Beginn des zweiten Abschnitts gingen die Gastgeber nach einigen Offensivrebounds zunächst 24:22 in Front. Doch gesteigerte Intensität der Berliner in der Defense führte zu einem 10:0-Lauf, an dessen Ende Dragicevic und Schaffartzik jeweils für Drei einnetzten. Dreh und Angelpunkt dafür war Miro Raduljica gewesen, der die Verteidigung auf sich zog und die Bälle dann klug verteilte. Doch nach einer Auszeit nahmen die Skyliners den Faden wieder auf, während die Albatrosse teils leichte Körbe liegen ließen. Der vierte Dreier von de Mello und ein Fastbreak von Robertson verkürzten so wieder auf vier Zähler. In der etwas zäher gewordenen Partie brachten Schaffartzik und Idbihi ihr Team mit Freiwürfen kurz vor der Pause zwar wieder fünf Punkte in Führung, aber ein Buzzerdreier im letzten Angriff durch McKinney sorgte für einen nur noch sehr knappen 39:37-Halbzeitvorsprung der Hauptstädter.
Rochestie eröffnete Durchgang zwei zwar mit einem Dreipunktewurf, doch sein Team war nicht ganz wach aus der Kabine gekommen. Frankfurt angelte sich weiterhin zu viele Offensivrebounds und riss mit Punkten von de Mello und Powell die Führung an sich. Schaffartzik und Allen kassierten bei ALBA jeweils auch noch ihr drittes Foul, was ob des Fehlens von Julius Jenkins noch schmerzhafter war. Derrick Allen hielt sein Team mit viel Einsatz auf Tuchfühlung. Muli Katzurin setzte mittlerweile auf eine kleine Aufstellung mit Allen und Dragicevic unter dem Korb, doch die Hessen setzten sich weiter ab: Per Dreier erhöhte McKinney eine Minute vor der Viertelpause auf 60:53. McElroy antwortet ebenfalls mit einem ganz wichtigen Dreipunktewurf, doch ein unnötiges Foul an Wood eine Sekunde vor der Sirene erlaubte diesem, von der Freiwurflinie den 62:56-Viertelendstand herzustellen.
Wie schnell sich das Momentum im Basketball drehen kann, zeigten McElroy und Taylor, die in den ersten beiden Angriffen des Schlussabschnitts trocken ihre Dreier einnetzten und die Partie unvermittelt ausglichen. ALBA hatte mit Rückenwind nun mehrere Chancen, sich etwas abzusetzen. Doch teils wurden diese gegen die engagierte Skyliners-Defense vergeben, oder diese punkteten – in dieser Phase über Moss – eben selber. Es bleib durchweg knapp. 2:30 vor dem Ende konnte Dragicevic ein potentielles Dreipunktespiel nicht mit erfoglreichem Freiwurf abschließen, doch Moss tippte den Ball unglücklich als Eigenkorb zum 77:72 in den Korb. Der bärenstarke McElroy klaute im Folgeangriff den Ball, doch verpasste es auf der Gegenseite per Dreier, der schon in den Korb guckte, aber wieder aus dem Ring sprang, für eine vorzeitige Entscheidung zu sorgen. Prompt konterte auf der Gegenseite de Mello aus dem Dreipunkteland und die Partie war bei weniger als zwei Minuten Restzeit und 77:75 wieder offen. 90 Sekunden vor Schluss war McElroy – dieses Mal mit einem Korbleger nach Offensivrebound – erneut zur Stelle und bracht seine Farben wieder vier Zähler in Front. Doch die Messe war immer noch nicht gelesen: Powell und Dragicevic tauschten je zwei Punkte aus und McKinney traf schließlich 30 Sekunden vor Schluss per Dreier zum 80:81. Die Albatrosse spielten den letzten Angriff lange aus und bekamen sogar noch einen relativ offenen Korbleger durch Taylor, der aber sein Ziel verfehlte. Aus dem Getümel beim Rebound landete der Ball in den Händen von Yassin Idbihi, der den Ball gleich weiterpasste, so dass die Skyliners gar nicht mehr die Chance bekamen, einen ALBA-Spieler zu foulen. Der letzte Pass landete wieder bei Idbihi, der mit dem Ball in der Hand zur Schlusssirene seine Freude herausbrüllen konnte.
Stimmen zum Spiel
Gordon Herbert (Frankfurt):
Gratulation an Berlin. Sie haben uns heute den Heimvorteil weggenommen. In vielen umkämpften Situationen haben wir am Ende den Ball verloren. Bei einigen Aktionen hatten wir heute einfach Pech, wie zum Beispiel beim letzten Berliner Wurf. Das ist Pech. Berlin hat verdient gewonnen, sie haben sehr gut gespielt. Am Ende haben wir versucht zu foulen und damit die Zeit zu stoppen, aber Berlin hat den Ball gut laufen lassen, so dass wir nicht foulen konnten. Die Serie ist wie ein Tennis-Match über fünf Sätze. Es steht jetzt 0:1.
Muli Katzurin (ALBA):
Es ist nicht leicht in Frankfurt zu spielen. Aber wir haben heute gut gearbeitet, insbesondere am Ende des Spiels. Frankfurt ist bekannt dafür gegen Ende des Spiels noch einmal besser zu werden. Daher bin ich besonders glücklich, dass wir heute gewinnen konnten. Aber es steht trotzdem nur 1:0. Alles kann passieren. Es sind Playoffs. Dass Julius Jenkins und Sven Schultze heute nicht gespielt haben, war meine Entscheidung.


