Niederlage in Göttingen / letzter Schritt für Platz 3 steht noch aus
(13.4.) Beim vorletzten Auswärtsspiel der Hauptrunde in Göttingen haben die Albatrosse am Mittwoch Abend eine klare Niederlage kassiert. Gegen die um die letzte Chance zur Playoff-Qualifikation kämpfenden Niedersachsen verlor das Team von Muli Katzurin mit 65:80.
KISS FM Bericht
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Vor dem Spiel standen die "Veilchen" mit dem Rücken zur Wand. Nur mit einem Sieg konnten sie ihre Hoffnung auf die Qualifikation für die Playoff-Endrunde am Leben erhalten. Entsprechend motiviert gingen die Gastgeber von Beginn an in die Partie und überrollten die Albatrosse mit ihrem aggressiven Spiel bis zur 26. Minute und dem 31:63 förmlich. Die Hauptstädter agierten gegen den hohen Druck viel zu hastig und unüberlegt und spielten dem Team von John Patrick damit voll in die Karten. ALBA (weiterhin ohne den verletzten McElroy) zeigte zwar noch mal Moral und kämpfte sich in der Restzeit wieder heran, die Schlussoffensive kam allerdings deutlich zu spät. Am Ende stand trotz eines zwischenzeitlichen 13:0-Laufs und eines 21:15 gewonnenen letzten Viertels eine nur im Ergebnis etwas engere 65:80-Niederlage. Die Göttinger sind nun weiter im Rennen um die letzten Playoff-Plätze, während ALBA die schon vorher nur sehr geringe Hoffnung, noch auf den zweiten Platz vorzurücken, wohl endgültig begraben kann. In den verbleibenden beiden Partien in Bremerhaven (15.4.) und zuhause gegen Tübingen (23.4.) geht es nun vielmehr darum, den dritten Rang endgültig unter Dach und Fach zu bringen.
An alter Wirkungsstätte avancierte ALBA-Spielmacher Taylor Rochestie mit 13 Punkten, 6 Rebounds und 3 Assists zum Topscorer und auffälligsten Spieler seines Teams. Neben ihm konnten offensiv eigentlich noch Miroslav Raduljica (12 Punkte, 6 Rebounds), Yassin Idbihi (11) und Heiko Schaffartzik (8 Punkte, 3 Rebounds, 3 Assists) Akzente setzen. Aus der Dreipunktedistanz trafen die Albatrosse nur 5 ihrer 24 Versuche (21%) und auch im Zweipunktebereich sah es nicht besser aus (12/34, 35%). Im Rebound schenkten sich beide Kontrahenten zwar nichts (46:44), doch ALBA unterliefen – vor allem in der ersten Halbzeit – zu viele Ballverluste (14). Bei den wie üblich ausgeglichen punktenden Gastgebern scorten Anderson (14), Boone und Bailey (je 13) zweistellig.
Spielverlauf: Das Spiel startete holprig, zunächst fielen wenige Körbe. ALBA ließ sich von der aggressiven Defense der Göttinger überrumpeln, die die Berliner Würfe gleich mehrfach blockte und viele Ballverluste provozierte. Nach dem 4:11 in der vierten Minute brauchte Muli Katzurin die erste Auszeit, doch es half nicht. Die Niedersachen spielten sich nun immer mehr in einen Rausch – alleine Jason Boone verwandelten einen Dunking nach dem anderen – und setzen sich immer weiter ab. Als Julius Jenkins ein technisches Foul kassierte, Dale beide Freiwürfe und Anderson danach den Dreier einnetzte, lagen die Albatrosse schon 22:6 hinten. Zum Ende des Viertels fingen sich die Berliner etwas und kamen über Freiwürfe und einen Dreier von Staiger endlich wieder zu Punkten. Trotzdem ging es mit einem deutlichen 14:29-Rückstand in die Viertelpause.
Zurück auf dem Parkett fand das Team von Muli Katzurin weiter kaum ein Mittel, um den Göttinger Offensivwirbel zu stoppen. Nach dreißig Sekunden traf Heiko Schaffartzin noch einmal aus dem Feld, doch das sollte für lange Zeit das letzte Mal bleiben. Göttingen machte weiter viel Druck mit Tempo-Basketball und hatte nach dem nächsten Dunk von Boone in der 16. Minute beim 41:20 erstmals die 20-Punkte-Marke durchbrochen. ALBA warf aus der Distanz alles daneben und kam wenn nur über Freiwürfe zu Punkten. Auch die wurden nicht konsequent genutzt, so dass die wie entfesselt spielenden Niedersachsen zwischenzeitlich sogar bis auf 27 Punkte davon zogen. Zum Ende der Halbzeit stand ein deutliches 26:51 gegen die Berliner, die neuneinhalb Minuten lang nicht ein einziges Mal aus dem Spiel getroffen hatten. Auf den durch den Ausfall von McElroy eh schon geschwächten kleinen Positionen waren sie zudem auch noch in Foulprobleme geraten (Taylor und Staiger je drei, Jenkins zwei Fouls.
Aus der Kabine kamen die Albatrosse mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch und legten sich vor allem defensiv ins Zeug. Aber im Angriff funktionierte weiter nichts, auch die freien Würfe gingen daneben. Als BG-Coach Patrick nach einem Dreipunktespiel von Idbihi eine Auszeit nahm, fanden die Gastgeber wieder in die Spur. Über Aktivposten Kyle Bailey und Jermain Raffington setzten sie sich wieder bis 63:31 ab. Zum Ende des Viertels fand Taylor Rochestie endlich wieder sein Händchen aus der Distanz und netzte zwei Dreier in Folge zum 41:63 ein. Er legte noch zwei Freiwürfe nach und hatte danach zehn Punkte in ALBAs 13:0-Lauf zum Ende des Viertels beigetragen. Beim Stand von 44:65 nach 30 Minuten brauchten die Albatrosse nun trotzdem ein kleines Wunder, um dieses Spiel noch zu drehen.
Im letzten Viertel holten die Berliner weiter auf, während die Hausherren, die anfangs merkbar über ihrem Energielevel gespielt hatten, immer müder wurden. Nach einem Tip-in sowie einem Jumper von Bryce Taylor ging das Spiel beim 52:68 sechs Minuten vor dem Ende sogar noch mal in eine Phase, wo es vielleicht noch hätte kippen konnte. Doch Louis Dale und Robert Kulawick waren in diesem Moment je mit einem Dreipunktwurf zur Stelle, und machten endgültig alles klar.
Stimmen zum Spiel
John Patrick (Göttingen):
Ich möchte meinen Spielern zu dieser Leistung gratulieren. Sie wollten im eventuell letzten Lokhallen-Spiel in diesem Jahr eine gute Leistung zeigen. Wir haben die ersten 25 Minuten sehr intensiv verteidigt. Ich glaube das war der Schlüssel zum Sieg. Es war super wie Jermain Raffington von der Bank ins Spiel gekommen ist und Intensität gebracht hat. Es war auch super wie Antoine Jordan von der Bank gekommen ist. Wir wollten verhindern, dass Berlin in den Rhythmus kommt. Dies ist in den ersten 30 Minuten gelungen. Im vierten Viertel konnte man sehen wie gut Berlin sein kann. Wir haben es geschafft ihr Spiel zu verändern. Wir haben zudem wenig Ballverluste gehabt und auf der anderen Seite keine einfachen Würfe zugelassen. Es gab zehn Blocks, was für mich ein Rekord ist gegen so eine Spitzenmannschaft. Noch einmal Kompliment an meine Mannschaft.
Muli Katzurin (ALBA):
Gratulation an Göttingen und an Coach John Patrick. Das war eine exzellente erste Halbzeit von Göttingen, vor allem in der Defense. Ich habe das Gefühl als hätten wir nur 20 Minuten gespielt. Es war zu spät, da wir die zweite Hälfte mit einem Rückstand von 25 Punkten begonnen haben. Das war zu viel um es wettzumachen. Wir haben hier vielleicht unsere schlechteste erste Halbzeit gespielt. Wir müssen unsere Lehren ziehen. Vielleicht war es eine Lektion für die Spieler. Aber die Komplimente für die Leistung gehen an Göttingen. Da gibt es nichts dran zu rütteln.


