Knappe Niederlage in einem Spitzenspiel der Extraklasse
(26.3.) Mit 93:97 (44:43) haben die Albatrosse ihr Heimspiel gegen die Brose Baskets Bamberg in der ausverkauften o2 World verloren. In einem Spitzenspiel, das seinem Namen in allen Belangen Ehre machte und genug Stoff für drei Partien bot, fiel die Entscheidung erst in letzter Sekunde.
Highlights ALBA - Bamberg
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Von Beginn an sorgten die 14.500 Zuschauer, unter den auch rund 1.000 angereiste Bamberg waren, in der o2 World für echte Playoff-Atmosphäre. Dabei entwickelte sich auf dem Parkett ein Spiel, das so viele Highlights und Aufs und Abs zu bieten hatte, wie man sie selten in 40 Minuten erlebt. Das erste Viertel gewann ALBA 27:14, Bamberg das zweite wiederum 29:17. In der zweiten Halbzeit lieferten sich beide Kontrahenten mit ständigen Führungswechseln bis in die Schlussminuten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dort markierten die Bamberger mit drei Dreiern in Folge, zwei davon durch Brian Roberts, die entscheidenden "Big Shots".
ALBAs Topscorer Julius Jenkins (24 Punkte) folgten in der Punkteverteilung Bryce Taylor (17), Miroslav Raduljica (13 + 5 Rebounds und 4 Assists), Taylor Rochestie (13) sowie Derrick Allen (11 + 6 Assists und 3 Rebounds). Während die Albatrosse nur 32% ihrer Dreipunktewürfe trafen, netzte die Bamberger starke 52% ein. Auch bei den Rebounds hatten die Brose Baskets mit 33:27 leicht die Nase vorn behalten. Überragender Bamberger war aber Predrag Suput, der 34 Punkte erzielte, 9 Rebounds holte und dabei nur einmal (an der Freiwurflinie) daneben warf. Ebenfalls stark präsentierten sich Brian Roberts (20 Punkte) und Casey Jacobsen (16).
Spielverlauf: Nachdem Pleiß die Partie mit den ersten Punkten am Brett eröffnet hatte, zog ALBA über Raduljica, Rochestie und McElroy gleich auf 7:2 weg. Die Gäste taten sich sehr schwer gegen die aggressive Berliner Verteidigung, so dass die Albatrosse beflügelt durch die fantastische Atomsphäre der o2 World schnell weiter auf 14:4 erhöhten. Rochestie und Raduljica waren von der Bamberger Defense nicht zu bremsen – in der siebten Minuten traf Ersterer einen Halbdistanz-Jumper mit Foul zum Zwischenstand von 21:8. Wenn es bei den Franken erfolgreich lief, dann zumeist über Predrag Suput, der im ersten Viertel sieben Zähler markierte und wieder auf 12:23 verkürzte. Nach Punkten von Taylor und McElroy endete der Abschnitt trotzdem mit einem etwas unwirklichen 27:14 aus Berliner Sicht.
Nachdem die Bamberger im ersten Viertel alles von außen daneben gesetzt hatten, machten sie es nun besser und brachten Muli Katzurin beim Stand von 31:22 nach Dreiern von Tadda und Roberts zu einer schnelle Auszeit. Zurück auf dem Parkett lief das Spielchen genau anders herum. Nach Bamberger Ballverlusten netzte Jenkins für Drei ein und Allen schloss den Fastbreak erfolgreich ab, so dass Brose Baskets-Coach Fleming beim 36:22 nun ein Timeout verlangte. Den 7:0-Run der Albatrosse beantworteten die Franken flugs mit einer eigenen 7:0-Serie – es gab die nächste Auszeit. Danach bauten die Brose Baskets den Lauf mit ihrer nun aggressiveren Defense weiter bis auf 16:2 aus und hatten die Partie damit wieder geöffnet. Suput hatte dabei zwei Dreier erzielt und sein Konto damit zur Pause schon auf 17 Zähler aufgefüllt. Anderthalb Minuten vor der Halbzeit regte sich Fleming so über einen Foulpfiff gegen Roberts auf, dass er ein technisches Foul kassierte, was – den Folgeangriff mitgezählt - zu sechs Berliner Freiwürfen führte, von denen aber nur zwei ihr Ziel fanden. Durch einen Dreier von Jacobsen lag ALBA zur Pause schließlich nur noch ganz knapp mit 44:43 vorn.
Nach dem Seitenwechsel erwischten die Franken den besseren Start. Das hatten sie einmal mehr Predrag Suput zu verdanken, der weiterhin aus allen Lagen traf. ALBA fand mit Raduljica unter dem Korb gute Ausstiege, nutzte aber seine Chancen aus der Distanz nicht. Ganz im Gegenteil die Bamberger, die nun Dreier an Dreier reihten und in der 25. Minute durch Roberts 60:50 in Führung gingen. Doch die Albatrosse kämpften sich zurück. Angeführt von Bryce Taylor und Julius Jenkins schlossen sie wieder auf 59:62 auf. Danach wurde es turbulent. Jenkins eroberte noch in der Hälfte des Gegners den Ball, wurde gefoult und ging an die Linie. Wieder erhielt ein Bamberger für Meckern ein technisches Foul, dieses Mal Anton Gavel, was gleichzeitig auch sein viertes persönliches war. Jenkins nutzte die Freiwürfe nun besser und versenkte alle vier zur 63:62-Führung. Die Partie wogte jetzt immer wieder hin und her – ein echtes Spitzenspiel. Die Schiedsrichter pfiffen konsequent alle Kontakte, so dass es bis zum Viertelende noch reichlich Freiwürfe zu bewundern gab. Diese nutzen die Berliner besser und gingen so mit einem 71:68-Vorsprung in die letzten zehn Minuten.
Es war also angerichtet für eine spannendes Schlussviertel, das Bamberg gleich mit dem vierten Foul von Suput und einer Auszeit nach nur elf Sekunden eröffnete. Neben ihm hatten auch Roberts und Gavel bereits vier Verwarnungen auf dem Konto. Bei ALBA spielten Taylor, Raduljica und Idbihi mit drei Fouls. Zurück aus der Auszeit versuchte es Bamberg nun mit Zonenverteidigung. Das fruchtete zunächst nicht, denn Julius Jenkins per Dreier und kurz darauf mit spektakulärem Alley-Oop im Fastbreak sorgte für das 76:68 und brachte die o2 World zum explodieren. Doch Bamberg war natürlich noch lange nicht geschlagen. Suput und Hines brachten ihr Team, während ALBA gegen die Zonenverteidigung einige Fahrkarten warf, fünf Minuten vor Schluss wieder 75:78 heran. Nur eine Minute später war es passiert: Suput traf frech aus dem Fastbreak einen Dreier zur 80:79-Führung für Bamberg. Die Albatrosse konterten mit Punkten von Allen und Taylor und lagen weniger als drei Minuten vor dem Ende wieder 85:82 vorn. Doch in den letzten zwei Minuten versenkten Roberts (2x) und Jacobsen (1x) gleich drei Dreier in Folge, so dass ALBA nach nur zwei erfolglosen Angriffen 70 Sekunden vor Schluss 85:91 zurück lag. Aber das war noch nicht die Entscheidung. Taylor von der Dreierlinie und Raduljica am Brett brachten ihr Team bei fünfzehn Sekunden Restzeit noch mal auf 90:91 heran. Doch im Freiwurf-Krimi in den letzten Sekunden gaben sich die Gäste keine Blöße mehr und hinderten ALBA per Foul daran, per Dreier noch einmal die Chance zum Ausgleich zu bekommen.
Stimmen zum Spiel
Chris Fleming (Bamberg):
Das war heute eine großartige Atmosphäre hier in der o2 World. Solche Spiele braucht der Basketball in Deutschland. Beide Teams haben auf einem sehr hohen Niveau gespielt. Ich will mich bei unseren Fans bedanken, die so zahlreich erschienen sind – das ist nicht selbstverständlich. Ausschlaggebend für den Sieg war, glaube ich, der Erfolg unserer Zonenverteidigung am Ende und dass Predrag Suput heute wie von einem anderen Stern gespielt hat. Wahrscheinlich war das heute nicht das letzte Mal, dass wir in dieser Saison auf Berlin getroffen sind.
Muli Katzurin (ALBA):
Das war ein großartiges Spiel von beiden Teams. Ich glaube, wir haben es am ehesten im zweiten Viertel verloren, wo wir Bamberg zu einfach erlaubt haben, zurück in die Partie zu kommen. Sie haben wichtige Würfe getroffen, vor allem Roberts in der Schlussphase. Wir haben heute unsere Qualität gezeigt und dass wir mit Bamberg auf einem Niveau spielen können. Ich hoffe, dass wir uns in den Playoffs noch mal wieder sehen.


