ALBA schlägt Bayreuth 94:79 / Rochestie mit gutem Einstand
(19.2.) Nach fünf Niederlagen in Serie waren die Albatrosse am Samstag Abend vor über 11.000 Zuschauern in der o2 World mit 94:79 gegen den BBC Bayreuth wieder siegreich. Lange gelang es den Berlinern nicht, sich weiter als zehn Punkte abzusetzen.
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Der Druck auf das Team von Muli Katzurin war groß gewesen vor der Partie gegen den Aufsteiger. Nach fünf Pflichtspiel-Niederlagen, zweien davon in der Liga, war es in der Tabelle immer enger für ALBA geworden. Dieser Druck war auch auf dem Feld zu spüren, es lief längst nicht alles rund bei den Albatrossen. Nach einer guten Anfangsphase kassierten die Hauptstädter nach einer 0:12-Serie noch den 36:36-Ausgleich, erkämpften sich aber zur Pause wieder eine 43:38-Führung. In der zweiten Hälfte kamen sie nie weiter als zehn Punkte weg, bis Jenkins, McElroy und Dragicevic drei Minuten vor Schluss mit einer Dreierserie endlich alle Zweifel an dem wichtigen Sieg beseitigten.
Überragender Mann auf dem Feld war Tadija Dragicevic, der nach zuletzt durchwachsenen Leistungen mit 24 Punkten, 9 Rebounds und 6 Assists eine tolle Vorstellung zeigte. Noch mehr Punkte erzielte sogar Derrick Allen, der 25 Zähler und ebenfalls 9 Rebounds markierte. Auch Immanuel McElroy (17) und Julius Jenkins (11) wussten wie so oft zu überzeugen. Neuzugang Taylor Rochestie feierte ein solides und vielversprechendes Debüt. Er erzielte in 28 Minuten 6 Punkte und wurde mit 7 Assists auf Anhieb bester Vorlagengeber seines Teams. Insgesamt kam das ALBA-Team auf stolze 30 Assists. Große Probleme hatten die Albatrosse in der Defense unter dem Korb mit Bayreuths Jared Reiner, der auf 19 Punkte und 14 Rebounds kam. Ebenfalls auffällige Leistungen bei den Gästen zeigten Steve Wachalski (12), Drew Neitzel (9) und Danny Gibson (9):
Spielverlauf: Muli Katzurin sorgte gleich für die erste Überraschung, indem er Neuzugang Rochestie in die Startformation beorderte. Er fügte sich gleich gut ins Spiel ein, ohne jedoch zu Beginn große Akzente zu setzen. Eine muntere Anfangsphase stand ganz im Zeichen des Duells der beiden Power Forwards Dragicevic und Ibekwe, die zusammen beinahe alle Punkte der ersten Minuten erzielten. Beide tauschten krachende Dunkings aus, die zu einem 7:7 nach vier Minuten führten. ALBA übte viel Druck in der Verteidigung aus und forcierte immer wieder Turnover der Gäste. Vorne übernahm bei den Berlinern nun der andere Lange auf dem Feld, Derrick Allen, der mit acht Zählern in Serie für eine 17:11-Führung sorgte. Auch eine Auszeit der Franken, bei den Center Reiner schon mit zwei Fouls auf der Bank saß, half nicht viel. Die Albatrosse spielten wie aufgedreht und gingen nach einem Dreier von Lucca Staiger gegen die kurzzeitig vom BBC eingestreute Zonenverteidigung mit 25:15 in die erste Viertelpause.
Der starke Dragicevic attackierte auch im zweiten Viertel immer wieder das Brett, wo er – wie schon so oft im ersten Abschnitt – auf Derrick Allen ablegte, der frei einlegen konnte. Allen brachte ALBA 30:15 in Führung, während Bayreuths Foultrouble noch größer wurde: Ibekwe holte sich innerhalb von weniger als einer Minute Verwarnung Nummer zwei und drei ab. Doch die Gäste wurden trotzdem immer stärker. Zwei Körbe konterte Dragicevic noch mit einem Dreier, aber nach dem 36:24 in der 15. Minute, riss bei ALBA der Faden. Mit einer 12:0-Serie, während den Hauptstädtern minutenlang gar nichts mehr gelingen wollte, glichen die Franken die Partie drei Minuten vor der Halbzeit zum 36:36 aus. Julius Jenkins traf endlich wieder von der Dreierlinie für sein Team und beendete damit eine lange Durststrecke. Ginyard traf nochmals einen wilden Wurf, doch vier Punkte in der Schlussminute durch den sehr entschlossen zu Werke gehenden Immanuel McElroy brachten ALBA zur Pause noch 43:38 in Führung.
Rochestie eröffnete die zweite Halbzeit mit seinen ersten ALBA-Punkten per Korbleger, aber Wachalski und Reiner verkürzten gleich wieder auf 41:45. Jenkins und Allen setzten ALBA mit einem 7:0-Lauf wieder auf 52:41 ab, doch Allen kassierte kurz darauf auch sein viertes Foul und durfte erst einmal für längere Zeit auf der Bank Platz nehmen. Über Gibson schlossen die Gäste erneut auf 50:56 auf, aber die Berliner verschafften sich mit vielen durch McElroy oder Jenkins spektakulär abgeschlossen Fastbreaks wieder Luft. Leider wurde mehrfach die Chance verpasst, den Vorsprung in einen komfortableren Bereich zu bringen. Selten kam ALBA über die 10-Punkte-Marke hinaus. Zu leicht wurde es den Franken dafür vor allem unter dem Korb im Angriff oft gemacht. Mit einem 68:58-Vorsprung beendeten die Berliner den Abschnitt.
Offensiv startete ALBA gut ins Schlussviertel, doch unter dem eigenen Brett gab es nach wie vor Probleme. Jared Reiner punktete nach Belieben und sorgte dafür, dass die Berliner trotz einem Dunk und einem Treffer von der Dreierlinie durch Dragicevic immer noch nicht weiter als bis auf 10 Zähler weg kamen. Für Ibekwe war die Partie in der 37. Minute mit seinem fünften Foul schließlich beendet. Auch Taylor Rocheste wurde mit vier Fouls nach 28 Minuten Spielzeit auf die Bank beordert. Mit einer Dreierserie ließen die Albatrosse drei Minuten vor dem Ende endlich alle Zweifel am Sieg verstummen. Erst Jenkins, dann McElroy und schließlich Dragicevic netzten aus der Distanz ein, während Bayreuth zwischenzeitlich zu keinen Punkten mehr kam. Beim Stand von 92:72 war die Partie entschieden und auch die letzten Körbe der Gäste zum 94:79-Endstand konnten die Freude über den Sieg nicht mehr trüben.
Stimmen zum Spiel
Andreas Wagner (Bayreuth)
Gratulation an ALBA zum Sieg und einem guten Spiel. Sie haben heute deutlich besser gespielt als in den letzten Wochen. Wir waren aber auch über die meiste Zeit kein würdiger Gegner. Wir haben uns zu viele Ballverluste geleistet und wurden damit gerade im Fastbreak bestraft. Obwohl unsere Quoten exzellent waren, hatten wir durch die Turnover 17 Würfe weniger bekommen als ALBA. Da ist es immer sehr schwer zu gewinnen. Zeitweise haben wir gut gespielt, sind dann aber immer wieder eingebrochen.
Muli Katzurin (ALBA)
Wir haben heute deutlich besser gespielt als in den Partien davor. Wir haben fast die ganze Zeit geführt und 30 Assists zeigen, dass wir den Ball gut bewegt haben und jeder involviert war. Meine Spieler verdienen Lob. Der Druck war hoch und einige Dinge schienen deswegen nicht rund zu laufen, aber sie wollten unbedingt gewinnen. Am Ende haben wir getan, was wir tun mussten. Ich möchte mich auch noch bei unseren Fans bedanken, die uns in dieser schwierigen Situation die nötige Energie gegeben haben.


