Klare Angelegenheit im ersten Heimspiel: ALBA schlägt MBC
(5.1.) Die Albatrosse haben ihr erstes Heimspiel im Jahr 2011 am Mittwoch Abend mit 75:60 (41:25) gegen den Mitteldeutschen BC gewonnen. Auch ohne Dragicevic und Idbihi kamen die Berliner in dem Nachholspiel des ersten Spieltags gegen einen knochenharten Gegner zu einem wahren Arbeitssieg.
Highlights ALBA - MBC
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Nachdem die Gäste lange im Stau gestanden hatte, einigten sich beide Teams darauf, erst 10 Minuten später zu beginnen. Dann ging es aber gleich zur Sache, von Beginn an legte der MBC eine harte Gangart an den Tag, mit der sie das erste Viertel noch ausgeglichen gestalten konnten. Von Anfang an mussten sich die Albatrosse ständig von der Freiwurflinie beweisen, da die „Wölfe“ nicht einen einfachen Korb zuließen. Doch mit einer souveränen Quote an der Linie (31/36, 86%) und durch spielerische Überlegenheit hatten die Berliner das Spiel auch ohne ihre Ausfälle spätestens ab der Halbzeit - vor allem defensiv - im Griff. Mit dem Sieg hat sich ALBA in der Tabelle an den Artland Dragons vorbei auf Platz drei geschoben.
Die meisten ALBA-Punkte erzielte Julius Jenkins, doch der Albatros des Spiels war Immanuel McElroy mit 12 Punkten, 6 Rebounds und 5 Assists. Derrick Allen kam auf 14 Zähler und 6 Rebounds, Marko Marinovic auf 12 Zähler und 4 Assists. Für Jubel sorgte wieder Lucca Staiger mit seinen Dreipunktewürfen, er traf 3/5 Versuchen. Hollis Price stand nach seinem Muskelfaserriss erstmalig wieder im ALBA-Kader, kam aber noch nicht zum Einsatz. Bei den Gästen punkteten lediglich Ronald Ross und Ex-Albatros Guido Gründheid zweistellig.
Spielverlauf: Der MBC begann sehr motiviert und mit aggressiver Defense. Die Albatrosse hatten lange Probleme, den Ball in die Hände von Point Guard Marinovic zu kriegen. Während ALBA noch den Spielfluss suchte, ging der MBC erst durch Ross 4:0 und später in der fünften Minute nach einem Dreier von Grünheid sogar 9:4 in Führung. Doch die Albatrosse fanden defensiv nun besser in die Partie und stellten den MBC vor immer größere Probleme im Angriff. Julius Jenkins erarbeitete sich viele Freiwürfe und sorgte gemeinsam mit Derrick Allen und Immanuel McElroy (8 Punkte im ersten Viertel) für die erste ALBA-Führung (11:9). Da die Hauptstädter im Angriff aber zu oft den Ball vertändelten, sprang bis zum Viertelende nur ein unwesentlich größeres Polster von 17:14 heraus.
Nachdem Femerling und Marinovic für einen guten Start gesorgt und den Vorsprung auf 21:14 geschraubt hatten, flachte das Niveau doch wieder ab. Auch wenn Lucca Staiger endlich den ersten Dreier für ALBA einnetzte, war auf beiden Seiten viel Kampf und Krampf zu sehen. Bis auf 20:24 brachte Michael Jordan die Gäste heran, aber eine Serie der Berliner über Marinovic, Allen und Jenkins sorgte schließlich für die erste zweistellige Führung des Abends. Lucca Staiger rückte nun – wie schon in Tübingen – durch die Verletzung von Dragicevic auf die Power Forward Position, doch das tat dem Rhythmus der Albatrosse keinen Abbruch, die ihren Run auf 12:0 und den Vorsprung auf 36:20 ausbauten. Michael Jordan brachte nach langer Zeit auch wieder Punkte für die Gäste aufs Scoreboard, aber Lucca Staiger festige das Polster mit einem Dreier von Parkplatz gleich weiter. Mit einem 41:25 verabschiedete sich ALBA kurz drauf in die Halbzeitpause.
Nachdem in der Pause zunächst die Meldung der ersten Bamberger Niederlage in der Beko BBL-Saison – ausgerechnet bei Schlusslicht Düsseldorf – für Freude in der o2 World sorgte, hatten die ALBA-Spieler zurück auf dem Parkett nicht viel zu lachen: Die Weißenfelser verstärkten ihre harte Gangart noch weiter, so dass sich die Albatrosse noch häufiger an der Freiwurflinie wieder fanden und gar nicht erst die Möglichkeit bekamen, aus dem Spiel ins Laufen zu kommen. Doch sie ließen sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen, versenkten souverän ihre Würfe und hielten die Partie so unter Kontrolle. Auch ein zwischenzeitlicher 7:0-Lauf der „Wölfe“ sorgte nicht für ernsthafte Probleme. Nach den ersten beiden Feldkörben von Julius Jenkins (Dreier und Korbleger) in der 26. Minute war ALBA schon wieder mit 57:39 vorn. Zwischenzeitlich sorgten Guido Grünheid mit einem spektakulären Dunk und Bernhard für Drei auch wieder für ein offensives Lebenszeichen des MBC, doch bis zum Ende des Viertels standen zur Abwechslung wieder nur Freiwürfe für ALBA auf dem Programm: Patrick Femerling traf drei von vier Versuchen zum 63:42-Viertelendstand – die Berliner mussten in diesem Abschnitt insgesamt stolze 16 Mal an die Linie.
Die Messe war mit Beginn der letzten zehn Minute lange gelesen. Trotzdem war der MBC nicht bereit, auch nur einen Zentimeter auf dem Feld abzugeben und forderte ALBA weiter mit knallharter Defense. Jeder konnte nun auf beiden Seiten mal sein Glück an der Dreierlinie versuchen – leider selten mit Erfolg. Youngster Andreas Seiferth durfte noch reichlich Erfahrung sammeln, die zur Freude der Zuschauer mit einem Korbleger aus dem Post-up und mit einem Block in der Defense nutzte. Ronald Ross betrieb noch etwas Ergebniskosmetik für die Gäste, ohne dass der ALBA-Sieg in Gefahr hätte geraten können.
Stimmen zum Spiel
Björn Harmsen (MBC)
Glückwunsch an Berlin, die heute ein gutes, intensives Spiel aufgezogen haben, auf das wir oft keine Antwort hatten. Wir haben es nicht geschafft, so zu verteidigen, wie wir wollten. Wir haben keine Stops bekommen und konnten so im Angriff nicht schnell spielen. Doch ich zolle meiner Mannschaft Respekt dafür, dass sie 40 Minuten gekämpft und nie aufgegeben hat. Wir sind jetzt in der ungewohnten Situation, gleich wieder gegen Berlin anzutreten und müssen dafür das richtige Fazit aus diesem Spiel ziehen.
Luka Pavicevic (ALBA)
Ich bin auch der Meinung, dass wir ein intensives Spiel gesehen haben. Letzte Saison hat der MBC mit seiner frischen und aggressiven Spielweise für die ein oder andere Überraschung gesorgt. Diese Saison sind sie schlecht gestartet, haben aber nun Veränderungen im Kader vorgenommen und sind wieder ein starkes Team. Um heute zu beweisen, dass wir dennoch die bessere Mannschaft sind, mussten wir in bestimmten Momenten aggressiv genug sein. Das haben wir getan und es war der Schlüssel zum Sieg. Unsere Defense hat gut funktioniert, wurde aber auch bis zum Schluss gefordert.


