Probleme in der Defense bringen Niederlage in Braunschweig
(4.12.) ALBA BERLIN hat am Samstag in Braunschweig mit 87:95 die zweite Niederlage der Beko BBL-Saison erlitten. Angeschlagen nach ihrer Irrfahrt aus Italien bauten die Albatrosse zu wenig Druck in der Verteidigung auf.
KISS FM Bericht
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Die Strapazen der 34-stündigen Rückreise vom Eurocup-Spiel in Caserta und die dadurch fehlende Vorbereitung war den Albatrossen von Beginn an anzumerken. Auch wenn sie offensiv stark kombinierten, waren sie unter dem eigenen Korb nicht wach genug. Und mit den Braunschweigern stand ein Gegner auf dem Feld, der über die individuellen Qualitäten und nach seiner Niederlagen in Tübingen auch über die notwendige Motivation verfügte, das gnadenlos auszunutzen. Alle schön heraus gespielten Körbe der Berlin nutzten nichts, da die starken Niedersachen (denen es oft auch zu einfach gemacht wurde) ihre Führung ab Ende des ersten Viertels nicht mehr aus der Hand gaben.
ALBAs Topscorer war Derrick Allen, der 17 Punkte erzielte. Nach ihm scorten Dragicevic (14) und McElroy (11 + 4 Assists und 3 Rebounds) am häufigsten. Ein starke Vorstellung zeigte auch Patrick Femerling mit 9 Punkten und 6 Rebounds. Überragende Spieler bei Braunschweig war Marcus Goree, der am Samstag sein Comeback im Phantomstrikot gab. Er erzielte 23 Punkte und holte 7 Rebounds. Die Niedersachsen hatten das Reboundduell mit 32:17 für sich entschieden und von der Dreierlinie starke 44% getroffen (ALBA nur 22%). Insgesamt überzeugten beide Teams in der Verteidigung nicht.
Die Albatrosse müssen die Reisebelastung und die Niederlage nun ganz schnell hinter sich lassen, denn am Dienstag steht ihnen in der o2 World ein sehr wichtiges Spiel bevor: Im Eurcoup-Rückspiel gegen Pepsi Caserta geht es für ALBA um den Einzug in die nächste Runde – mit einem Sieg wäre das Ticket für das TOP16 gesichert. Tickets >>
Spielverlauf: Die Gastgeber erwischten mit 5:0 den besseren Start, aber es dauerte nicht lange, bis auch ALBA in die Partie fand. Hinten haperte es, denn dort konnte sich der flinke Tony Skinn immer wieder leicht durchsetzen, aber vorne wurden die Braunschweiger gekonnt ausgespielt. Patrick Femerling ließ es per Dunking krachen, legte ein Dreipunktespiel nach und überzeugte auch in der Defense mit einem Block. Er hatte großen Anteil dran, dass ALBA nach fünf Minuten 17:13 vorn lag. Beide Teams boten im Angriff zahlreiche sehenswerte Aktionen. Braunschweig schaffte es gut, Schwachstellen in der ALBA-Defense zu finden und ging durch ein Dreipunktespiel von Greer nach zwei Offensivrebounds in Folge wieder 22:21 in Führung. Auch in der letzten Minute wurde fleißig gepunktet, so dass das Viertel mit sage und schreibe 26:23 für die Niedersachen endete.
Offensiv knüpfte ALBA auch im zweiten Abschnitt nahtlos an die ersten 10 Minuten an. Immer wieder fanden die Albatrosse den freien Durchstecker am Brett - es lief flüssig. Doch hinten wurden den Braunschweigern nach wie vor zu viele Freiheiten gelassen die diese clever ausnutzen. Vor allem aus dem Pick & Roll auf der Seite mit zwei Spielern, schafften es die Phantoms ein ums andere Mal, einfache Punkte unter dem Korb zu erzielen. Zumindest blieb es eng, denn Patrick Femerling und Bryce Taylor hielten ihr Team von der Freiwurflinie auf Tuchfühlung. Wenn es den Albatrossen endlich gelang, einen Fehlwurf zu erzwingen, landete der Rebounds bei den Niedersachsen. Kurz vor der Pause verkürzte Taylor mit den nächsten Freiwürfen auf zwei Zähler Rückstand, doch Routinier Marcus Goree sorgte per Dreier im letzten Angriff der Braunschweiger für den 49:44-Pausenstand. Die Phantoms hatten in Hälfte eins traumhafte 80% ihrer Nahdistanzwürfe verwandeln können. ALBA hatte in 20 Minuten lediglich fünf Fouls begangen.
Nachdem Seitenwechsel war immer noch nicht viel von erhöhter Intensität in der Verteidigung zu spüren. Brandon Thomas markierte gleich acht Punkte in Folge (zwei Dreier), doch dem standen auch Dreier von Jenkins und Dragicevic gegenüber, so dass es knapp blieb. Ab der 23. Minute ging es doch endlich etwas härter auf dem Parkett zu. Beide Teams holten sich mehr Fouls ab - Skinn und Visser sogar jeweils ihr drittes - und die Wurfquoten fielen. Zwar führte Derrick Allen sein Team in der 27. Minute bis auf drei Punkte heran, aber prompt antworteten Mittmann und Thomas mit Dreiern, um die Niedersachen wieder auf 67:60 abzusetzen. Es blieb trotzdem eng. Fünf Punkte von Marinovic in der Schlussminute des Viertels sorgten für einen 67:71-Rückstand nach 30 Minuten.
Das Schlussviertel begann gut für ALBA, Dragicevic mit Steal in der Defense sowie vier Punkten vorne und Taylor an der Freiwurflinie machten es wieder enger. Aber bei Braunschweig lief nun Rückkehrer Marcus Goree zu großer Form auf. Der spätere Topscorer war immer zur Stelle, wenn sein Team ihn brauchte und ALBA richtig nah kam. Trotzdem keimte immer wieder Hoffnung bei den ALBA-Anhänger in der Volkswagenhalle auf, zum Beispiel als Taylor sein Team zweineinhalb Minuten vor Schluss wieder auf fünf Punkte ran brachte. Doch die Phantoms trafen nun sicher ihre Freiwürfe – die Albatrosse hingegen die Dreier, die sie aufgrund der Zeitknappheit dringend brauchten, nicht. So konnten die Gastgeber in den letzten Sekunden unbedrängt den Sieg nach Hause bringen.


