Dritter Sieg im dritten Spiel: ALBA gewinnt Gipfeltreffen in Caserta
(30.11.) ALBA BERLIN hat auch das dritte Spiel im Eurocup 2010/2011 gewonnen. Mit 79:73 setzten sich die Albatrosse in Caserta im Duell der beiden noch ungeschlagenen Teams durch und sind nun alleiniger Spitzenreiter der Gruppe H.
KISS FM Bericht
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Mit dem Sieg in Caserta haben die Albatrosse das Tor zum TOP16 schon weit aufgestoßen: Ein Sieg in den verbleibenden Partien gegen Caserta oder Samara reicht zur sicheren Qualifikation (nur ein Sieg gegen Wloclwek würde nach derzeitigem Stand nicht sicher reichen). Die erste Gelegenheit bietet sich schon am kommenden Dienstag, wenn Caserta zum Rückspiel in die o2 World kommt. Tickets >>
Im gut gefüllten und höllisch lauten Palamaggio von Caserta gaben die Albatrosse trotz aller Bemühung der Gastgeber ihren Vorsprung ab der ersten Minute nie mehr aus der Hand. Auch ein Wechsel der Italiener auf extrem aggressive Verteidigung auf den Außenpositionen, nachdem ihnen Julius Jenkins im ersten Viertel sofort drei Dreier eingeschenkt hatte, brachte die Berliner nur kurz aus dem Rhythmus. Sie spielten dagegen ihre Vorteile unter dem Brett über Femerling, Idbihi und Dragicevic konsequent aus, so dass auch die vermehrten Ballgewinne von Caserta nicht mehr ins Gewicht fielen. Die für Caserta typische Art, schnell nach wenigen Sekunden den Abschluss zu suchen, fruchtete gegen die Berliner Verteidigung über weite Strecke nicht. Größtes Manko bei ALBA blieb eine schwache Freiwurfausbeute (20/33), ohne die es am Ende vielleicht nicht mehr so knapp geworden wäre.
ALBA-Topscorer war Tadija Dragicevic mit 16 Punkten und 9 Rebounds. Neben ihm trugen sich auch Jenkins (15 + 3 Rebounds), McElroy (12 + 4 Rebounds) und Femerling (10) zweistellig bei der Punkteverteilung ein. Marko Marinovic kam auf 9 Punkte und für seine Körpergröße beachtliche 9 Rebounds. Die stärksten Akteure der Italiener waren Eric Williams (14 Punkte) und Ebi Ere (12 + 4 Rebounds).
Spielverlauf: Im Palamaggio ging es sofort munter los: Dragicevic, McElroy und Femerling schlossen die ersten Angriffe erfolgreich ab, doch auch Caserta setzte mit einem Dunk von Williams gleich ein Ausrufezeichen. Fast jeder Ballbesitz von ALBA endete mit einem Erfolg. Vor allem Julius Jenkins lief hieß und schoss innerhalb von drei Minuten gleich drei Dreier ein. Hinten allerdings bekamen die Berliner den athletischen Eric Williams nicht in den Griff, der dafür sorgte, dass Caserta ALBA lange Zeit auf den Fersen blieb. Williams stellte allerdings in der Defense einen großen Schwachpunkt der Hausherren dar, weil er überhaupt nicht mit dem Berliner Pick & Roll zurecht kam. In den letzten zwei Minuten gelang es endlich, die Italiener am Punkten zu hindern, was Hollis Price per Dreier und Bryce Taylor an der Freiwurflinie nutzten, um zur ersten Viertelpause einen 27:21-Vorsprung zu erspielen. Julius Jenkins hatte in den ersten 10 Minuten (ohne Fehlwurf) schon 13 Zähler markiert.
Erwartungsgemäß ebbte die Korbflut der Anfangphase im zweiten Viertel etwas ab. Das Spiel wurde holpriger. Die Italiener verteidigten nun im Gegensatz zu vorher gerade zu überaggressiv und klebten eng an ihren Gegenspielern. Doch nach einer kurzen Umstellungsphase hielt ALBA dagegen. In der 14. Minute waren die Gäste bis auf sechs Punkte dran und hätten nach einem Fehlwurf der Albatrosse weiter verkürzen können. Aber ausgerechnet der 1,83 Meter großer Marko Marinovic angelte sich zwei mal hintereinander den Offensivrebound, so dass Tadija Dragicevic schließlich doch noch mit Dunking plus Foul zum 33:24 abschließen konnte. Bis auf 38:28 setzten die Berliner sich nach einem Dreipunktespiel von Kapitän Patrick Femerling ab, doch in den letzten drei Minuten der Halbzeit kamen die Italiener noch mal zurück. ALBA unterliefen zu viele Ballverluste und Fehlwürfe, so dass Ebi Ere kurz vor der Pause mit einem schmerzhaften Dreier noch auf 37:40 aus Sicht der Gäste verkürzte.
Mit den nächsten Punkten von Williams startet Caserta nach dem Seitenwechsel, so dass ALBAs Vorsprung nur noch einen Zähler betrug. Dragicevic verschaffte ALBA mit einem Dreier wieder etwas Luft – die Partie blieb aber eng umkämpft. Hollis Price überstreckte sich den Arm und musste ausgewechselt und behandelt werden. Er konnte aber später wieder eingreifen. Femerling und McElroy hielten die Gäste erfolgreich auf Distanz, doch als Williams, der mittlerweile schon mit vier persönlichen Fouls spielte, es in der 24. Minute schon wieder ordentlich im ALBA-Korb krachen ließ, war der Vorsprung auf vier Punkte geschmolzen. Erneut war Dragicevic mit einem Dreier zur Stelle. Kurz darauf hatte Martin Philip Caserta schon wieder bis auf einen Punkt für sein Team aufgeschlossen, doch nun war es Marko Marinovic der mit einem Dreier und zwei Freiwürfen das Publikum erst einmal wieder beruhigte. Die Italiener waren jedoch nicht abzuschütteln. Die für ihre flinken Hände bekannten Guards (Caserta ist Steal-Spitzenreiter im Eurocup) setzten ALBA ununterbrochen unter Druck und schafften es mit Ballgewinnen immer wieder, das Spiel knapp zu halten. Nach einem Korbleger von McElroy gingen die Berliner mit 63:58 ins Schlussviertel.
Nach zwei vergebenen Dreiern von Marinovic und Punkten durch Bowers hieß es gleich zu Beginn der letzten 10 Minuten nur 60:63 für ALBA. Doch in der Folge steigerten sich die Albatrosse nochmals in der Defense. Den Italienern viel dagegen nicht viel ein, außer Dreipunktewürfe zu nehmen, die aber allesamt nicht trafen. So setzten sich die Hauptstädter langsam aber sicher auf 70:60 ab. Einige Punkte ließen sie dabei an der Freiwurflinie liegen, doch defensiv standen sie gut. Caserta nahm nun fast nur noch wilde Dreipunktewürfe nach wenige Sekunden – ihr bekannter Spielstil, mit dem sie auch schon viele Gegner geschlagen hatten, der aber in der Schlussphase nicht mehr zum Erfolg führte. So brachte ALBA trotz weiteren Fehlwürfen an der Freiwurflinie den Vorsprung über die Zeit, ohne das es noch mal wirklich knapp wurde.


