Tolle Eurocup-Heimpremiere: ALBA fegt Samara vom Feld
(24.11) ALBA BERLIN hat sein erstes Heimspiel im Eurocup klar gewonnen. Nach dem Sieg im polnischen Wloclawek letzte Woche feierten die Albatrosse auch zuhause gegen die Star-Truppe von Krasnye Krylia Samara einen klaren 88:64-Erfolg.
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Der erst am Montag vorgestellte neue Head Coach Stanislav Eremin war nicht mit nach Berlin gereist, während Spieler-Neuzugang Qyntel Woods zwar im Aufgebot Samaras war, aber kaum zum Einsatz kam. Auch wenn die Russen bereits ihr Heimdebüt gegen Caserta überraschend verloren hatten (woraufhin Ex-Coach Mikhailov gefeuert wurde), mit einem Sieg in dieser Höhe hatte wohl trotzdem niemand gerechnet. Zu groß war der Respekt vor der mit hochkarätigen Einzelspielern (fünf Ex-NBA-Spieler) besetzten Mannschaft von der Wolga.
Diese hatte ALBA, das sehr konzentriert verteidigte, aber von Beginn an wenig entgegenzusetzen. Schon im ersten Viertel war sichtbar, dass die Berliner deutlich strukturierter und taktisch gut vorbereitet die Partie angingen. Das machte sich spätestens zur Pause auch im Punktestand bemerkbar, als ALBA mit 46:29 in die Kabine ging. In den zweiten 20 Minuten geriet der Sieg nie mehr in Gefahr. Den schnellen Derrick Allen (19 Punkte) konnten die Russen nicht stoppen, neben dem auch Marinovic (15 + 6 Assists) und Dragicevic (13 + 7 Rebounds) zweistellig punkteten. Vor allem überzeugten die Albatrosse aber defensiv wie offensiv als Team (alle 12 Spieler mit Punkten) und mit großer Treffsicherheit aus der Distanz (11/26 Dreier). Samara hatte in Brion Rush (16 Punkte), Primoz Brezec (14) und Jermareo Davidson (13) seine stärksten Akteure. Von der Freiwurflinie trafen die Russen nur unfassbare 46% (11/24).
Nachdem am Sonntag um 17 Uhr in der o2 World in der heimischen Beko BBL gegen die Frankfurt Skyliners ein wichtiges Spitzenspiel ansteht, geht es im Eurocup am nächsten Dienstag in Caserta weiter, das ebenfalls noch ungeschlagen in der Gruppe H ist.
Spielverlauf: Die Albatrosse zeigten sich gleich defensiv gut eingestellt auf den Gegner. Vor allem Star-Center Brezec wurde zuerst von Patrick Femerling und später von Derrick Allen gut an der Entfaltung gehindert. Nach einem Dreier von McElroy und Freiwürfen vom viel Tempo machenden Marinovic lag ALBA schnell 7:3 in Front. Doch die Russen schafften es, über viel Penetration zum Korb, Lücken zu reißen und fanden immer wieder einen freien Mann außen. Trotzdem zogen die Albatrosse nach einem Dreier von Dragicevic bis auf 19:9 davon. Die Gäste konterten mit einem Blitzlauf (7:0), so dass es kurz vor der Viertelpause noch mal eng wurde. Aber mit konzentrierter Verteidigung und etwas Mithilfe der Russen, die ihre Freiwürfe schlecht trafen, schraubte Derrick Allen das Polster bis zur ersten Pause wieder auf 23:16 hoch.
ALBA spulte weiter konsequent sein Spiel herunter, während die Gäste sich nun mehr auf Einzelaktionen versteiften. Zwar versenkte Davidson zwei mal mit der Hand im Gesicht, aber die Berliner spielten vorne wie aus einem Guss und lagen nach einem Dreier von Schultze 28:20 vorn. Nach einem 7:0-Lauf, in dem Derrick Allen seinen Gegner spektakulär ins Leere fliegen ließ, Hollis Price im Fastbreak erfolgreich war und Bryce Taylor schließlich einen Dreier versenkte, lag ALBA schon 35:22 vorn. Die Russen ließen immer wieder ihr Potential aufblitzen, gingen aber weiterhin geradezu fahrlässig mit ihren Freiwürfen um (5/13 zur Halbzeit), so dass sich die Albatrosse, die den Rebound kontrollierten, immer weiter absetzten. Wieder gehörten die letzten beiden Minuten des Viertels Derrick Allen, der mit vier Punkten den 46:29-Pausenstand herstellte.
Von einem kleinen Fehlstart in Halbzeit zwei – Rush begann mit einem Dreipunktespiel und Julius Jenkins kassierte gleich sein drittes Foul – ließen sich die Albatrosse nicht verunsichern und zogen im Gegenzug aus sicherer Verteidigung sogar erstmals bis auf 20 Zähler davon (52:32). Samara schien schon etwas zu resignieren, zumindest fanden sie defensiv kein Mittel, ALBA dauerhaft zu stoppen. Auch als es die Russen mit einer Zonenverteidigung probierten, änderte das nicht viel. Kurzzeitig kam Krasnye Krylia zwar etwas näher heran, aber nach einem Dreier von Marinovic mit Beginn der letzten Minute des Viertels war der 20-Punkte-Vorsprung wieder hergestellt. Die Berliner schafften es sogar, aus dem letzten Angriff vier Punkte zu machen (Freiwurf von Allen, zweiter daneben aber Offensivrebound, Dreier Staiger) und gingen dadurch mit einem 65:41 ins Schlussviertel - die o2 World stand Kopf.
Mit Anbruch der letzten 10 Minuten war die Messe eigentlich schon längst gelesen. ALBA war weit vorn und auch wenn Primoz Brezec gleich drei Mal in Folge die Kugel per Dunking durch den Ring drosch, machten die Gäste nicht mehr den Eindruck, mit aller Macht das Spiel drehen zu wollen. Das letzte Viertel glich fast mehr einem Trainingsspiel, bei dem die Berliner den reichlichen Platz an der Dreierlinie weiterhin ausnutzten. Gerade im Hinblick auf einen direkten Vergleich schwor Luka Pavicevic sein Team noch einmal ein, bis zum Schluss bei 100% zu bleiben. Nachwuchscenter Andreas Seiferth kam auch zu seinen ersten Eurocup-Minuten sowie -Punkten (Euroleague-Quali-Erfahrung hatte er bereits in Vrsac gesammelt) und ALBA siegte klar und deutlich mit 88:64.


