ALBA startet mit Auswärtssieg bei Wloclawek in den Eurocup
(16.11.) ALBA BERIN ist mit einem 86:74-Auswärtssieg bei Anwil Wloclawek in den Eurocup gestartet. Zur Pause lagen die Polen noch fünf Zähler vorn, doch angetrieben von Immanuel McElroy (20 Punkte) und Derrick Allen (13 + 10 Rebounds) bog ALBA das Spiel in Hälfte zwei um.
Highlights Wloclawek - ALBA
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In der kurzen Gruppenphase des Eurocups sind Auswärtssiege bekanntlich Gold wert. Doch danach sah es für ALBA in Wloclawek 20 Minuten lang nicht aus, denn mit Problemen in der Defense und fantastisch treffenden Polen lag ALBA zur Halbzeit 39:44 zurück. Aber nach dem Seitenwechsel gingen die Albatrosse viel intensiver zu Werke und stellten mit einem bärenstarken dritten Viertel (31:14) die Weichen noch auf Sieg. Immanuel McElroy führte sein Team mit einer klasse Vorstellung (20 Punkte, 4 Steals, 3 Rebounds) an. Nach ihm punkteten auch Derrick Allen (13 Punkte, 10 Rebounds), Sven Schultze und Bryce Taylor (beide 11 Zähler) zweistellig. Die besten Werfer bei Anwil waren Jovanovic mit 20, Miller mit 16 sowie Thomas mit 14 Punkten (6 Assists). Ein kleine Delegation von ALBA-Fans hatte unter der Woche den Weg nach Wloclawek (Leslau) auf sich genommen, sorgte in der Arena aber für umso größeren Support. Trotz Unterzahl gelang es ihnen, sich das ganze Spiel über lautstark Gehör zu verschaffen.
Der eine Erfolg ist natürlich erst ein kleiner Schritt für ALBA Richtung TOP16, denn schon nächste Woche Mittwoch sind die Albatrosse im zweiten Gruppenspiel in der o2 World gegen Samara gleich wieder stark gefordert. Die favorisierten Russen, die jede Menge NBA-Erfahrung in ihrem Kader versammeln, unterlagen überraschend zu Hause gegen Caserta und stehen damit in Berlin schon gehörig unter Druck. Da Heimspielsiege in der Vierergruppe dringend notwendig zum Weiterkommen sind, erwartet die Hauptstadt am 24.11. um 20 Uhr ein ganz heißes Duell. Euer Ticket dafür erhaltet ihr hier.
Spielverlauf: Die Albatrosse erwischten bei den Polen einen klassischen Fehlstart. Während sie anfangs Ballverlust an Ballverlust reihten, stürmte Anwil vor heimischem Publikum gleich auf 9:2 davon. Auch ein Korbleger vom eingewechselten Derrick Allen brachte keine Besserung - nach fünf schnellen Punkten durch Thomas lagen die Polen in der fünften Minute schon 14:4 vorn. Nun fanden die Berliner langsam aber sicher endlich ins Spiel. Jetzt wurden auch die Gastgeber zu Turnovern gezwungen, die vorne Derrick Allen und schließlich Jenkins per Dreier zum 15:18-Anschluss nutzten. Offensiv hatten die Hauptstädter nun gegen die auch nicht stark verteidigenden Polen ihren Rhythmus gefunden, ließen aber am eigenen Korb immer noch zu viele einfache Punkte von Wloclawek zu. Diese erhöhten mit Freiwürfen zur Viertelpause bis auf 26:22.
ALBAs Probleme in der Verteidigung hielten auch im zweiten Abschnitt an. Insbesondere unter dem Korb stimmte die Zuordnung nach dem Pick & Roll der Polen nicht, so dass Power Forward Hicks ein ums andere Mal zu leichten Punkten kam. Wenigstens im Angriff lief es besser bei den Albatrossen, bei denen jetzt vor allem Bryce Taylor aufdrehte und sein Team mit starken Zügen zum Brett und sicheren Sprungwürfen in der Partie hielt. In einer Auszeit stellte Luka Pavicevic sein Team defensiv noch mal besser ein, das daraufhin über Immanuel McElroy auf 36:39 verkürzte. Näher ran kamen die Berliner gegen die selbstbewussten Polen bis zur Halbzeit aber nicht mehr. Angeführt von Jovanovic, der zur Pause schon 13 Zähler markiert hatte, nahmen die Hausherren einen 44:39-Vorsprung mit in die Kabine. 62% (5/8) der Dreipunktewürfe hatte Wloclawek bis dahin im Ziel untergebracht.
Die Albatrosse kehrten sehr konzentriert aufs Parkett zurück. Aus einer starken Defense drehten Derrick Allen mit zwei Korblegern und Immanuel McElroy per Dreipunktespiel den Spieß binnen kürzester Zeit zum 46:44 um. Miller und Jovanovic brachten Anwil zurück ins Spiel, doch Sven Schultze war mit zwei Treffern von der Dreierlinie zur Stelle, um seine Farben weiter auf 52:47 abzusetzen. McElroy und Jenkins schraubten den Vorsprung nach den nächsten guten Verteidigungssequenzen weiter auf 50:59 hoch. Die Polen wirkten konsterniert und trafen nun längst nicht mehr so hochprozentig aus der Distanz wie noch in Hälfte eins. ALBA zog immer weiter davon. McElroy war nicht zu stoppen von der Anwil-Verteidigung und als erneut Schultze und schließlich auch noch Marinovic von der Dreierlinie einschossen, war ALBA zum Ende des Viertels schon 70:58 in Front.
Zum Start des Schlussabschnitts erhöhten die Berliner gleich weiter und waren nach einem akrobatischen Korbleger mit spektakulärer Hangtime von Taylor schon 74:58 vorn, doch die Gastgeber gaben nicht auf. Mit einem 8:0-Run, während dem die Berliner nur Fehlwürfe und Fouls produzierten, verkürzten sie in der 34. Minute wieder auf 66:74. Hollis Price konterte nervenstark mit zwei Distanzwürfen - letzterer aus fast acht Metern -, aber es blieb knapp. Beide Teams hatten bereits vier Teamfouls gesammelt, was Anwil nutzte, um sich über Thomas und Pluta von der Linie wieder auf 73:79 heranzuarbeiten. McElroy vergab im Gegenzug den Dreier, der für Entlastung gesorgt hätte, machte es aber mit einem Steal und anschließendem Fastbreak-Dunking gleich wieder gut. Hinten stand ALBA sicher - McElroy holte gleich den nächsten wichtigen Steal - brauchte aber vorne noch etwas, um den Sack wirklich zuzumachen. 80 Sekunden vor Schluss traf Dragicevic nur einen Freiwurf, holte aber nach vergebenem Korbleger von Thomas im nächsten ALBA-Angriff einen Offensivrebound und legten diesem zum entscheidenden 84:73 ein. In den verbleibenden 40 Sekunden besorgte Derrick Allen schließlich noch den 86:74-Endstand.


