Dritter Heimsieg - ALBA erkämpft 67:59 gegen Henrik Rödls Trier
(9.11.) ALBA BERLIN hat sein Nachholspiel gegen die TBB Trier am Dienstag Abend in der o2 World mit 67:59 gewonnen. Derrick Allen (11 Punkte) und Topscorer Julius Jenkins (19) brachten den nicht glanzvollen, aber hart erarbeiteten Heimsieg in den Schlussminuten unter Dach und Fach.
Highlights ALBA - Trier
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Das Gastspiel der TBB Trier hatte durch gleich sechs Ex-Albatrosse im Kader - allen voran natürlich ALBA-Ikone Henrik Rödl als Cheftrainer - von vornherein eine besondere Brisanz. Alle ehemaligen Berliner wurden von den Fans mit viel Applaus begrüst, aber auf dem Court ging es nicht mehr so freundlich zu. Die Partie war vor allem geprägt von harter Defensivarbeit auf beiden Seiten. Die von der Spielanlage sehr ähnlichen Teams schienen sich über weite Zeit gegenseitig zu neutralisieren. Auch wenn die Berliner in der Offensive Probleme hatten - was zu großen Stücken an der Trier Verteidigung lag - bewiesen sie Moral und zogen ihr Spiel mit ihrerseites starker Defense bis zum Ende konsequent - und schließlich auch erfolgreich - durch.
Die Albatrosse hatten immer wieder Phasen, in denen sie den Gästen davon eilten, aber diese steckten niemals auf, so dass die Entscheidung erst in den letzten Minuten herbeigeführt wurde. Hauptverantwortlich dafür zeichnete vor allem der lange glücklose Derrick Allen, der am Ende sieben seiner elf Punkte markierte. Vor ihm traf nur noch Julius Jenkins (19) besser. Immanuel McElroy und Hollis Price kamen ebenfalls auf 11 Zähler. Einen starken Auftritt hatte auch Patrick Femerling (8 Punkte, 3 Rebounds), der ALBA aus den Tälern half, in denen nichts mehr zusammen lief. Erfreulich blieb auch der erste längere Einsatz von Sven Schultze nach seiner Verletzungspause (15 Minuten) in Erinnerung. Bei Trier bestätigte Ex-Berliner Philip Zwiener als Topscorer seine gute Form (16 Punkte, 6 Rebounds), neben dem auch Barry Stewart mit 14 Zählern und 8 Rebounds zu überzeugen wusste. ALBA hat damit den dritten Sieg im dritten Heimspiel und den fünften Sieg im sechsten Spiel der Beko BBL-Saison eingefahren.
Spielverlauf: ALBA-Coach Luka Pavicevic, der das Spiel aufgrund von Rückenproblemen aus dem Sitzen verfolgen musste, sah von seinem Stuhl wie Dru Joyce zwar die ersten Punkte für Trier markierte, danach jedoch die Albatrosse mit 7:0-Lauf los legten. Dreh und Angelpunkt dabei war Kapitän Patrick Femerling, der in der Defensive mit zwei Blocks glänzte und vorne effektiv das Pick & Roll seines Teams abschloss. Doch Trier konterte seinerseits mit einer 7:0-Serie – Philip Zwiener schoss die Moselstädter an alter Wirkungsstätte 9:7 in Front. Defensiv waren die giftigen Trierer gut auf ALBA eingestellt, das sich nach einem Dreipunktespiel von Immanuel McElroy und einem Jumper von Derrick Allen trotzdem auf 18:13 abgesetzt hatte. Bis zur Viertelpause konnten die Trierer, die schmerzlich traf, dass ihr Point Guard Dru Joyce schon zwei Fouls gesammelt hatte, aber wieder bis auf 16:18 verkürzen.
Das zweite Viertel begann gut für ALBA: Wieder war Patrick Femerling die zentrale Figur, als sich die Hauptstädter in der 15. Minute bis auf 25:18 absetzten. Henrik Rödl hatte kurzzeitig auf Zonenverteidigung umgestellt, diese aber sofort wieder aufgegeben, als Hollis Price unmittelbar von der Dreierlinie erfolgreich gewesen war. Trier tat sich schwer gegen die Berliner Verteidigung, aber da diese plötzlich vorne einen Korbleger und einen Distanzwurf nach dem nächsten daneben legten, kamen die Gäste wieder ins Spiel. Langsam aber sicher arbeiteten die Moselstädter sich näher heran und nach dem nächsten überflüssigen ALBA-Ballverlust glichen sie 30 Sekunden vor der Halbzeit wieder aus. Immanuel McElroy stieg aber im letzten Angriff nach einem weiteren Berliner Fehlwurf spektakulär höher als anderen auf dem Court, angelte sich den Offensivrebound und legte noch zum 29:27-Pausenstand ein.
ALBA legte mit Punkten von McElroy und Allen nach dem Seitenwechsel gut los, verlor aber auch schnell wieder die Linie. Trier startet im Gegenzug eine 9:2-Serie und hatte damit wieder die Führung erobert. Wieder streuten die Moselstädter eine Zone ein und wieder war es Hollis Price – dieses Mal per Layup –, der sie sofort wieder zum Umdenken brachte. Aber bei ALBA war eindeutig der Wurm drin. Offene Korbleger und Überzahlsituationen wurden nicht ausgenutzt. Luka Pavicevic hielt es daher trotz Schmerzen nicht mehr auf seinem Stuhl. Er versuchte alles, um seine Team wieder auf Kurs zu bekommen. Mit Einsatz in der Defense hielten sich die Berliner im Spiel, doch trotzdem brachte Bynum Trier mit vier Punkten in Serie 40:39 in Front. Mit der Einwechslung von Patrick Femerling fand ALBA wieder besser seinen Rhythmus und ging nach einem Dreier sowie zwei Freiwürfen von Julius Jenkins mit einem 46:40-Vorsprung ins Schlussviertel.
In den ersten Minuten des letzten Viertels lief für beide Teams nicht viel zusammen. Aber als Sven Schultze mit seinem ersten Dreier nach seiner Verletzungspause das 51:43 erzielte und seine Freude darüber laut heraus schrie, schien ALBA auf einem guten Weg. Doch ein technisches Foul, das er sich kurz darauf zum Erstaunen der Zuschauer einhandelte, macht die Partie gleich wieder eng, denn Trier nutzte dies mit vier Punkten eiskalt aus. Vier Minuten vor Schluss gelang den Gästen sogar der 51:51-Ausgleich. Doch die Albatrosse steigerten sich in den Schlussminuten noch einmal: Trier hatte – wie schon oft vorher – Probleme, in 24 Sekunden den Ball Richtung Korb zu bekommen und vorne war es vor allem Derrick Allen, der jetzt Verantwortung übernahm. Er markierte sieben Punkte in den letzten drei Minuten und hatte mit seinen Freiwürfen zum 61:53 80 Sekunden vor dem Ende die Entscheidung herbeigeführt. Auch zwei Dreier von Dru Joyce änderten daran nichts mehr.
Stimmen zum Spiel
Henrik Rödl (Trier):
Ich möchte meinem Team zu einer guten Leistung gratulieren. Wir haben sehr gut gekämpft und hätten vielleicht noch eine Weile länger im Spiel beleiben können. In den letzten drei Minuten haben uns die Kraft und die Orientierung gefehlt. ALBA hat in diesen drei Minuten besser gespielt und daher auch verdient gewonnen. Dass wir aber vorher so lange ein gleichwertiger Gegner waren, macht mich stolz. Trotzdem hat sich gezeigt, dass sich das Team noch weiterentwickeln muss, was für uns mit unserem derzeitigen Spielplan sehr schwer ist.
Luka Pavicevic (ALBA):
Ich gratuliere meinem Team zum Sieg in einem sehr harten Spiel. Unser Gegner war eindeutig hier, um zu gewinnen. Nach unserer Niederlage in Ulm hat mein Team gut reagiert. Es hat nicht schön, aber sehr solide gespielt. Wir haben das Spiel von der ersten Minuten an kontrolliert, aber trotzdem ist Trier bis zum Schluss in der Partie geblieben. Doch wir haben am Ende die entscheidenden „Stops“ und Körbe erzielt. Trotzdem gibt es noch viele Dinge, an denen wir arbeiten müssen.


