Fünf Punkte zu wenig / Sprung in die Euroleague verpasst
(10.10.) ALBA BERLIN hat den Sprung in die Euroleague knapp verpasst. Im Rückspiel gegen Spirou Charleroi spielten die Albatrosse vor 11.840 in der o2 World 70:70 unentschieden. Die Belgier hatten in der Gesamtabrechnung aufgrund ihres 81:77-Hinspielsieges die Nase vorn.
Highlights ALBA - Charleroi
Statistik >>
Nachdem ALBA in einer guten ersten Halbzeit noch mit genau den benötigten fünf Punkten in die Kabine gegangen war, riss nach dem Seitenwechsel der Faden. Während die Albatosse in den ersten 20 Minuten noch akzeptabel aus dem Feld getroffen und beim Offensivrebound gut gearbeitet hatten, ging das Wurfglück in der zweiten Hälfte komplett verloren. Alle Viertel bis auf das dritte gewann ALBA, aber das ging 23:12 an die Gäste. Korbleger gingen reihenweise daneben, so dass Charleroi vier Minuten vor Schluss schon mit 15 Punkten führte. Die Berliner gaben nicht auf und erkämpften sich noch den Ausgleich - es fehlten aber trotzdem fünf Punkte. Exakt die gleiche Punktzahl fehlte auch in der letzten Saison, als ALBA in der Euroleague-Qualifikation in der letzten Runde gegen Maroussi ausschied.
Derrick Allen führte ALBA mit 20 Punkten und 5 Rebounds an. Neben ihm punktete nur noch Julius Jenkins zweistellig (13). Tadija Dragicevic kam auf 8 Punkte und 6 Rebounds, Yassin Idbihi auf 7 und 6. Topscorer bei Spirou war Brian Greene mit 17 Punkten. Demond Mallet, der im Hinspiel noch 26 Zähler markiert hatte, kam hingegen an diesem Abend nur auf zwei Punkte.
ALBA tritt nun im Eurocup an, wo die Berliner auch letzte Saison an den Start gingen und bis ins Finale vorstießen. Die Auslosung der Eurocup-Gruppen findet am 14. Oktober in Barcelona statt. Das erste Gruppenspiel ist für den 16. November angesetzt.
Spielverlauf: Den besseren Start erwischten die Gäste, bei denen in den ersten Minuten vor allem Brian Green im Fokus stand. Er erzielte die ersten sechs Charleroi-Punkte zu einer 6:2-Führung, ging allerdings auch mit zwei schnellen Fouls nach kurzer Zeit zurück auf die Bank. ALBA kam über Julius Jenkins langsam besser in die Partie – er schoss sein Team per Dreier erstmalig 9:8 in Führung. Beiden Teams war die Anspannung ob der Bedeutung der Partie deutlich anzumerken: Korbleger wurden vergeben oder Bälle ins Aus gepasst. Beinahe fünf Minuten lang hielten die Albatrosse Spirou ohne Punkterfolg und hatten nach einem Dunk durch Idbihi zum ersten Mal die Vier-Punkt-Marke geknackt (15:10). Routinier Riddick ließ ebenfalls ein spektakulären Slam Dunk folgen, beendete damit die Durststrecke der Gäste und stellte den 16:12-Viertelendstand her.
Hollis Price schoss ALBA direkt wieder über die Vier Punkte Differenz und in Folge wogte das Spiel immer weiter um diese Marke. Mal war der eine, mal der anderen in der Gesamtabrechnung vorne. Julius Jenkins spielte weiter wie entfesselt auf und sorgte mit seinen Punkten 11, 12 und 13 für das 28:24 in der 17. Minute. Es sollten seine letzten Punkte bleiben. Viele Würfe der Albatrosse gingen daneben, aber Yassin Idbihi erkämpfte sich zahlreiche Offensivrebounds und legte sie im Nachfassen doch in den Korb. Auf Gästeseite begann Chris Hill, der schon bei Spirous Rückspiel in Kazan eine imposante Dreier-Show abgeliefert hatte (5/8), spektakuläre Dreipunktewürfe einzuschießen und hielt sein Team damit auf Schlagdistanz. Den letzten Punkt des Viertels erzielte erneut Andre Riddick, er verkürzte auf 29:34. Damit lag ALBA zur Pause genau mit den für den Einzug in die Euroleague benötigten fünf Punkten in Führung. Der Topscorer des Hinspiels, Demond Mallet, hatte noch nicht einen Zähler erzielt.
Nach dem Seitenwechsel lief es bei ALBA überhaupt nicht mehr rund. Zuerst sorgte Riddick mit Korberfolgen nach Offensivrebounds dafür, dass die Albatrosse nur noch mit zwei Punkten führten. Diese verpassten es auf der Gegenseite mit reihenweise vergebenen Korblegern, sich wieder weiter abzusetzen, so dass Joseph Gomis die Gäste per Dreier sogar wieder 39:38 in Führung schoss. Patrick Femerling antwortete mit einem beinahe unmöglichen Dreipunktespiel, aber es bleib der Wurm drin bei den Berlinern. Zwar war es gelungen den Innenspielern Charlerois viele Fouls anzuhängen, doch vorne machten eben diese genau den Unterschied: Brian Greene schoss Spirou mit einem Dreier 49:44 in Führung und Riddick pflückte sich wenig später schon wieder einen Offensivrebound, der in einem freien Dreier von Gomis zum 46:52-Viertelendstand endete. Bei ALBA fiel vor allem aus der Distanz überhaupt nichts mehr in den Korb.
Auch zu Beginn des Schlussviertels stellte sich keine Besserung ein, so dass Luka Pavicevic nach zwei Minuten direkt wieder zur Auszeit rief. Aber es half nichts: Selbst frei Würfe wollte einfach nicht mehr ihr Ziel finden und auch in der Defense unterliefen den Berlinern immer wieder Fehler. Immanuel McElroy stand völlig neben sich und warf eine Fahrkarte nach der anderen. Die Zeit rann davon und Spirou zog Stück für Stück weg. Hollis Price ließ mit einem erfolgreichen Dreier noch mal Hoffnung aufkommen, doch Greene mit einem Dreipunktespiel und Hill und Hamilton im Fastbreak nach Ballgewinnen erhöhten dreieinhalb Minuten vor Schluss auf 64:53. In der Gesamtabrechnung lag ALBA also nun 15 Punkte zurück. Die Albatrosse gaben aber nicht auf und kämpften sich angefeuert vm tollen Publikum in der o2 World über einen 8:0-Lauf 90 Sekunden vor Schluss noch mal auf 61:64 heran. Tadija Dragicevic hatte immer wieder Fouls gezogen und damit Wright auf die Bank befördert und Greene sein viertes Foul angehängt. Es wurde noch einmal richtig spannend. Nach Stop-the-clock-Spiel traf Hollis Price den Dreier zum 68:68-Ausgleich und Gomis vergab auf der Gegenseite zwei Freiwürfe. Bei zwölf Sekunden Restzeit legte Derrick Allen mit zwei Freiwürfen auf 70:68 vor, doch die nächsten beiden sehr wichtigen Freiwürfe für Charleroi verwandelte Demond Mallet ganz sicher - seine ersten und einzigen Punkten im Spiel. Im letzten Angriff gelang ALBA kein Korberfolg mehr, so dass es beim bitteren 70:70 blieb.


