Mit vier Punkten Rückstand ins große Finale in der o2 World
(5.10.) ALBA hat das Hinspiel der letzten Qualifikationsrunde für die Europaliga mit 77:81 bei Spirou Charleroi verloren. Wenn die Albatrosse nun das Rückspiel am Sonntag mit mindestens fünf Punkten gewinnen, spielen sie in der europäischen Königsklasse!
Highlights Charleroi - ALBA
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In einer teils zerfahrenen, teils sehr temporeichen und attraktiven Partie in Belgien haben die Albatrosse sich eine lösbare Aufgabe für das Rückspiel erarbeitet. Noch mit einer knappen Führung in die Kabine gegangen, sahen sie sich kurz vor dem Ende schon einem zweistelligen Rückstand gegebenüber. Doch mit einem Kraftakt in der Schlussminute wurde die Differenz durch Derrick Allen und Immanuel McElroy noch auf vier Punkte reduziert. Nun braucht ALBA im "Endspiel um die Euroleague" am Sonntag in der o2 World (17 Uhr) einen Sieg mit mindestens fünf Punkten. Tickets >>
Allen war von der Spirou-Defense nicht zu stoppen und erzielte 20 Punkte und 8 Rebounds. Nach ihm trafen Julius Jenkins (14 Punkte, 4 Steals, 3 Assists) und Immanuel McElroy (11 Punkte, 6 Assists, 4 Rebounds) am häufigsten. Patrick Femerling trumpfte mit 9 Punkten, 3 Rebounds und 3 Steals einmal mehr groß auf. Der überragende Mann bei Charleroi war Demond Mallet, der 26 Punkte erzielte und dazu auch noch 3 Assists verteilte. Auch seine Guard-Kollege Joseph Gomis zeigte mit 14 Punkten, 4 Rebounds und 3 Assists eine starke Leistung. Beide Teams versenkten von jenseits der Dreipunktelinie nur 25% ihr Würfe, aber insbesondere Spirou traf innerhalb dieser Linie, auch dank vieler Fastbreaks, umso hochprozentiger (67% - ALBA 53%).
Spielverlauf: Es ging gleich mit viel Tempo los in Charleroi. Nachdem McElroy die Partie mit einem Mitteldistanzwurf eröffnet hatte, tauschten beide Kontrahenten in Windeseile Körbe aus. Wenige Ballverluste und hohe Trefferquoten führten dazu, dass es nach nicht einmal fünf Minuten schon 12:12 stand. ALBA attackierte konsequent das Brett, wo die Belgier nur dünn mit großen Leuten besetzt sind. Derrick Allen hatte sich in dieser Phase mit sechs Punkten für sein Team hervor getan. Er wurde ersetzt durch Patrick Femerling, der nahtlos anknüpfte und sechs Punkte (4/4 Freiwürfe) und zwei Ballgewinne zu einem 8:0-Lauf beitrug, der ALBA in der 18. Minute 22:15 in Front brachte. Nach einem Treffer von Lucca Staiger waren die Albatrosse sogar schon auf acht Zähler davon, aber Ioann Iarochevitch und Demond Mallet machten daraus zur Viertelpause noch ein 20:24 aus Spirou-Sicht.
Der Fluss der ersten Minuten war abhanden gekommen, was auch auf erhöhte Intensität in der Verteidigung auf beiden Seiten zurückzuführen war. Obwohl ALBA immer noch auf den ersten Treffer von der Dreierlinie wartete, lag das Hauptstadtteam in der 13. Minute dank Punkten von Julius Jenkins und Derrick Allen weiter 28:23 in Führung. Wenig später gelang Marko Marinovic endlich der erste erfolgreiche Dreipunktewurf für sein Team (den Hausherren gelang in der gesamten ersten Hälfte keiner), doch Spirou blieb ALBA dicht auf den Fersen. Unter lautem Jubel ihrer frenetischen Fans im leicht qualmverhangenen „Spiroudome“ fanden sie immer mehr zu ihrem typischen Spiel aus aggressiver Mannverteidigung und schnellen Fastbreaks. So glichen sie in der 18. Minute nach Punkten ihrer beiden Star-Guards Mallet und Gomis zum 31:31 aus. Den Albatrossen unterliefen bis zur Halbzeit viele Ballverluste, aber dank einer hundertprozentigen Freiwurfquote (12/12) gingen sie trotzdem mit einem 37:35-Vorsprung in die Kabine. Die Belgier hatten nur elf ihrer 17 Versuche von der Linie getroffen.
Charleroi startete nach dem Seitenwechsel furios: Ein Sprungwurf von Mallet, anschließend ein Block von Veteran Riddick in der Verteidigung gegen Dragicevic und wieder Mallet, nun mit einem Dreipunktespiel, brachten Spirou in weniger als einer Minute 40:37 in Führung. Bis auf 44:39 legten die Hausherren vor, doch ein wichtiger Dreier von Hollis Price hielt ALBA auf Tuchfühlung. Joseph Gomis versenkte schließlich auch den ersten Wurf von jenseits der Dreipunktelinie für Charleroi und war auch aus der Halbdistanz zwei mal erfolgreich, aber Derrick Allen wirbelte und unter dem belgischen Korb und hielt die Partie offen – nach 25 Minuten stand es 49:49. Es blieb ein Kopf-an-Kopf-Rennen, doch ALBA geriet langsam in Foulprobleme: Hollis Price musste mit seinem bereits vierten Foul auf die Bank, Derrick Allen folgte ihm mit drei Verwarnungen. Demond Mallet drehte immer mehr auf und traf nun auch seine gefürchteten Dreipunktewürfe, aber ALBA attackierte weiter das Brett und bleib bis zur letzten Viertelpause auf 56:59 dran.
Zu Beginn des Schlussabschnitts wuchs der Vorsprung von Charleroi nach einem Dreier von Hill und vier Punkten von Broyles auf ein bedenkliches 66:58, aber Marko Marinovic schlug eiskalt „für Drei“ zu und hatte damit den Lauf der Gastgeber vorerst gestoppt. Derrick Allen verkürzte sogar auf nur noch drei Zähler Rückstand, aber wieder setzten sich die Gastgeber durch den überragenden Demond Mallet ab. Fünf Minuten vor Schluss war die Partie für Spirous Dwayne Broyles mit fünf Fouls beendet und auch Andre Riddick handelte sich sein viertes ein. Als Julius Jenkins in der 37. Minute einen Dreier zum 70:73 versenkte, kam wieder Hoffnung auf, das Ergebnis richtig knapp gestalten zu können. Kurz vor Schluss hatten sich die Belgier jedoch wieder auf 81:73 abgesetzt und die Albatrosse liefen Gefahr, in der Schlussphase ihr gute Ausgangslage fürs Rückspiel zu verspielen. Aber mit einem Kraftakt in den letzten 90 Sekunden, in denen Spirou kein Punkt mehr gestattet wurde, kam ALBA noch bis auf 81:77 heran. Hollis Price hatte dazu gleich zwei Offensivrebounds, Derrick Allen immerhin einen Freiwurf und Immanuel McElroy ein immens wichtiges Dreipunktespiel beigesteuert.


