ALBA dreht 7-Punkte-Rückstand und erreicht die zweite Runde
(24.9.) Mit einem begeisternden 95:82-Sieg über Chorale Roanne hat ALBA BERLIN am Freitag Abend vor 9.602 Zuschauern in der o2 World die zweite Runde der Euroleague-Qualifikation erreicht. Die Hypothek von 7 Zählern aus dem Hinspiel stellten die Albatrosse ab dem dritten Viertel ein.
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Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit setzten sich die Albatrosse im dritten Viertel entscheidend ab. Ein fulminanter 12:0-Lauf aus vier Dreiern (Price, 2x Staiger, Jenkins) brachte ALBA auf die Siegerstraße. Bei Berlin stachen vor allem Julius Jenkins (23 Punkte, 5 Assists, 4 Rebounds) und Derrick Allen (20 Punkte, 3 Rebounds) mit starken Leistungen hervor. In der Defensiv gelang es dazu, den kräftigen Nigerianer Nsonwu, der im Hinspiel noch unter den Körben dominiert hatte, nicht so stark zur Entfaltung kommen zu lassen. Er kam trotzdem auf 11 Punkte und 8 Rebounds. Co-Topscorer bei Roanne wurden Rivers und Gorden mit je 18 Zählern.
In der zweiten Runde der Euroleague-Qualifikation trifft ALBA nun auf Hemofarm Vrsac, das den israelischen Meister Galil-Gilboa ausgeschaltet hat. Am Dienstag findet das Hinspiel um 20 Uhr in der Berliner o2 World statt, Freitag kommt es in Serbien zum Rückspiel. Damit ist auch klar, dass das geplante Bundesliga-Heimspiel gegen den MBC am 3.10. nicht stattfinden wird und nachgeholt werden muss.
Spielverlauf: ALBA gelang es gleich gut, Roannes Innenspielern die Räume eng zu machen – Uche Nsonwu trat zunächst gar nicht in Erscheinung. Dafür trafen die Franzosen aber trauwandlerisch ihr Dreipunktewürfe. Ein Notwurf beinahe von der Mittellinie von Diabate markierte den wildesten von vier Treffern von Roanne in den ersten vier Minuten. Nachdem die Gäste 11:5 in Führung gegangen waren, drehten insbesondere Marko Marinovic und Tadija Dragicevic stark auf. Letzterer versenkte zwei Dreier in Serie zum 16:16-Ausgleich in der 6. Minute. Als Lucca Staiger kurz darauf zwei Freiwürfe verwandelte, lag ALBA erstmals vorn. Die Franzosen spielten nun nicht mehr mit der Sicherheit der ersten Minuten, blieben aber über Freiwürfe trotzdem auf Tuchfühlung. Ein ereignisreiches erstes Viertel endete mit 25:23 aus Berliner Sicht.
Der zweite Abschnitt begann gut mit einem offenen Layup von Price, aber jetzt zeigte auch Kraftpaket Nsonwu, dass er mitspielte. Er tankte sich zwei mal gegen Derrick Allen durch, der daraufhin erst einmal von Patrick Femerling ersetzt wurde. ALBA kam immer wieder zu einfachen Punkten aus dem Pick & Roll und pendelte sich für eine Weile bei einer leichten Führung von 4 bis 5 Punkten ein. Sven Schultze verdrehte sich unglücklich das Knie und konnte nur noch vom Feld humpeln – er kam in dieser Partie nicht zurück. In der 15. Minute riss bei den Albatrossen kurzzeitig der Faden. Vorne fiel nichts mehr und hinten wurden den Gästen einfache Punkte gestattet. Diese nutzten das in Windeseile und legten einen 12:2-Lauf zum 40:37 aufs Parkett. Doch dann kamen die Hauptstädter über Immanuel McElroy zurück: Zwei Fastbreaks – letzterer nach Sprint von Korb zu Korb per Dunking über zwei Gegner – ließen das Pendel wieder zu Gunsten der Albatrosse ausschlagen und die o2 World kochen. Derrick Allen und Julius Jenkins brachten ALBA bis zur Halbzeit wieder 48:44 in Führung – die halbe Miete war theoretisch eingefahren.
Die Albatrosse kamen gut aus der Kabine: Deutlich engagierter in der Verteidigung starteten sie mit Punkten von Tadija Dragicevic 5:0 in die zweite Hälfte und hatten damit beim Stand von 53:44 erstmalig die entscheidende 7-Punkte-Marke geknackt. Die Schiedsrichter ließen nun viel laufen, wodurch die Partie deutlich hitziger wurde. Doch auch als Dunn und Nsonwu wieder für Roanne erfolgreich waren, ließen sie die Albatrosse sich nicht aus dem Konzept bringen. Im Gegenteil, zwei Minuten vor der letzten Pause brannten sie ein Dreierfeuerwerk ab: Erst traf Hollis Price, dann Lucca Staiger zwei mal rotzfrech ins Gesicht von K.C. Rivers und schließlich Julius Jenkins aus der Ecke. Das alles ohne Gegenpunkte führte zu einer 73:54-Führung, die Alex Dunn bis zur Viertelsirene nur noch um einen Punkt verringern konnte. Die o2 World stand Kopf!
Auch wenn der lange abgetauchte Rivers zu Beginn das Schlussabschnitts wieder mal für Drei einnetzte, behielt ALBA die Kontrolle. Ein irrer Dreier von Julius Jenkins schraubte den Vorsprung wieder auf 80:58. Frühe Teamfouls der Berliner führten zu vielen Freiwürfen für Roanne. Acht mal in Folge fand sich Alex Gordon an der Linie wieder und verringerte den ALBA-Vorsprung dort Stück um Stück. Als Immanuel McElroy dreieinhalb Minuten vor Schluss ein Dreipunktespiel zum 86:66 vollstreckte, schien die Partie gelaufen. Aber es wurde doch noch mal spannend: Bei einer Minute Restzeit traf Alex Gordon einen Dreier zum 82:93. Insgesamt waren die Hauptstädter nun nur noch mit vier Zählern vorn! Aber Spielmacher Hollis Price brachte die nötige Führung für ALBA nach Hause. Er erzielte sechs Punkte in der letzten Minute (davon 4/4 Freiwürfe) zum 95:82-Endstand.


